Astronomie
Rosetta nimmt Kometen ins Visier

In wenigen Wochen wird die europäische Forschungssonde Rosetta in eine Umlaufbahn um den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko  einschwenken. Jetzt hat sie neue Bilder ihres Ziels zur Erde gefunkt.
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GöttingenDer Zielkomet der europäischen Raumsonde Rosetta hat offenbar drei Gesichter: Auf neuen Bildern des Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko scheinen sich drei ausgeprägte Strukturen abzuzeichnen, wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen mitteilte.

Die aktuellen Bilder nahm Rosetta im Zielanflug auf den Kometen aus einer Entfernung von 37.000 Kilometern auf. Die Forschungssonde soll den Kometen, den die Wissenschaftler Tschuri getauft haben, am 6. August erreichen und in eine Umlaufbahn um den Himmelskörper einschwenken.

Obwohl der Kometenkern auf den am vergangenen Freitag aufgenommenen Bildern nur etwa 30 Pixel bedeckt, deuten die Daten den Angaben zufolge auf drei große Strukturen oder eine auffällige Vertiefung auf dem winzigen Himmelskörper hin. Die Aufnahmen wurden mit der Tele-Kamera des wissenschaftlichen Kamerasystems Osiris an Bord von Rosetta gefertigt. Auf den Bildern zeige sich Tschuri „als unregelmäßig erscheinender Körper“, erläuterte der MPS-Foscher Holger Sierks, der das Osiris-Team leitet.

Rosetta ist eine der ehrgeizigsten Missionen in der Geschichte der europäischen Weltraumagentur Esa. Nach der Ankunft bei Tschuri in knapp vier Wochen soll die Sonde von ihrer Umlaufbahn aus erste Untersuchungen des Kometen vornehmen. In der ersten November-Hälfte soll Rosetta dann ihr Landegerät Philae auf dem Vier-Kilometer-Brocken aus Eis, gefrorenem Gas und Staub absetzen.

Begleitet von Rosetta und Philae wird sich der Komet bis zum August 2015 weiter der Sonne nähern. Dabei wird die Aktivität auf Tschuri durch die Sonnenwärme beträchtlich zunehmen.

Was genau dabei auf dem Schweifstern passiert, sollen die Messgeräte von Rosetta und Philae aufzeichnen. Von der 2004 gestarteten Rosetta-Mission erwarten die Forscher Aufschlüsse über die Zusammensetzung von Kometen, die als Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren gelten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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