Astronomie
Sterne auf Raumtemperatur

Y-Zwerge haben mit den üblichen Vorstellungen von Sternen als großen Feuerbällen nichts gemein – sie erreichen kaum Zimmertemperatur. Jetzt konnten Nasa-Forscher erstmals einige der ungewöhnlichen Objekte aufspüren.
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DüsseldorfWer beim Wort „Stern“ nur an riesige Feuerbälle denkt, deren Oberflächen bei vielen tausend Grad Celsius brodeln, kennt Y-Zwerge nicht. Seit Jahrzehnten suchen Astronomen nach diesen merkwürdigen Objekten, die ähnlich wie Sterne entstehen, aber kein stellares Feuer in ihrem Inneren entfachen können. Jetzt haben Wissenschaftler des Jet Propulsion Laboratory der Nasa (JPL) und des California Institute of Technology (Caltech) die ersten sechs Mitglieder der ungewöhnlichen Sternenfamilie aufgespürt.

Y-Zwerge gehören zur Klasse der Braunen Zwerge – eine Art Mittelding zwischen Stern und Planet. Ähnlich wie Sterne entstehen die Zwerge beim Kollaps einer interstellaren Gaswolke, erreichen dabei aber nicht genügend Masse, um in ihrem Inneren ein nukleares Feuer in Gang zu bringen, wie es etwa in unserer Sonne seit Milliarden Jahren glüht. Braune Zwerge ähneln daher stärker Gasplaneten wie Jupiter, dem größten Planeten unseres Sonnensystems. Allerdings erreichen die Zwerge ein Vielfaches der Jupiter-Masse.

Wegen ihrer geringen Leuchtkraft sind Braune Zwerge von der Erde aus nur schwer aufzuspüren. Im Dezember 2009 startete die Nasa deshalb eigens ein Weltraumteleskop zur Jagd nach den „verhinderten Sternen“, den Wide-Field Infrared Survey Explorer (Wise). Ein Jahr lang nahm das Infrarot-Teleskop den Himmel ins Visier und spürte insgesamt 100 Braune Zwerge auf. Eine genaue Auswertung der Beobachtungsdaten ergab dann, dass sechs dieser Sternenartigen der Klasse der Y-Zwerge zuzurechnen sind – die ersten ihrer Art, die Astronomen ins Netz gingen.

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