Auch Bakterien und Viren sollen ausgesiebt werden
Mikrofilter holen Schwebstoffe aus Bier

Einer bekannten Technik haben niederländische Wissenschafter zu spätem Ruhm verholfen: Mit heißem Plasma brannten sie winzige Löcher in eine Siliziumscheibe. Dieses Sieb wurde erfolgreich bei der Filterung von Bier eingesetzt. Die trüben Hefeschwaden des Bieres blieben hängen, berichtet das Magazin „New Scientist“.

HB/wsa HAMBURG. Bislang verwenden die Brauereien zur Filterung Kieselgur, das bei unvorsichtiger Handhabung ein Gesundheitsrisiko darstellt.

Ein technologischer Flop hat damit eine zweite Chance bekommen. Anfang der 1990er Jahre hatte Philips eine digitale Musikkassette als Alternative zur CD entwickelt. Diese „Digital Compact Cassette“ verschwand schnell wieder vom Markt. Aber mit der gleichen Technik, mit der die Wissenschaftler heute die Siliziumscheiben perforieren, brannten sie damals Löcher in das Magnetband der Kassette, um Musik-Bits speichern zu können.

Mit dem heißen Plasma lassen sich bis zu 70-millionstel Meter kleinen Löcher selbst in Metall schießen. Auf eine 15-Zentimeter Siliziumscheibe passen drei Milliarden Löcher. Die extra gegründete Vertriebsfirma Fluxxion hat weitere Einsatzgebiete ausgemacht. So könnte der Mikrofilter die Pasteurisierung von Milch ersetzen, indem die Milch nicht mehr erhitzt, sondern durch ein Sieb gedrückt würde, in welchem die Bakterien dann hängen blieben. Auch wird an Filtern geforscht, mit denen Viren aus Blutplasma entfernt werden können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%