Audio-Trends auf der CES
Qualität ist wieder Trumpf

Ob reinster Klang oder verspielter Swimming-Pool-Lautsprecher. Musikfans sind auf der CES in diesem Jahr wirklich nicht zu kurz gekommen. Und Google will jetzt auch mit dabei sein.
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Las VegasSchluss mit dem Gekrächze: Sony treibt es auf die Spitze und der Walkman bekommt eine Luxusversion für den gutbetuchten Musikfreund. Das 1.200 Dollar teure Flaggschiff im Kampf gegen Apples iPod hat nichts mehr gemein mit dem Plastik-Kassettenfresser der 70er Jahre. Der NW-ZX2, so der kryptische Name, wird im Frühjahr auf den Markt kommen und die höchste Klangqualität aufbieten, die im mobilen Bereich vorzufinden ist: Der eingebaute S-Master HX Digital-Verstärker würde auch jedem Wohnverstärker eine schlanke Figur machen und reduziert Rauschen und Verzerrungen auf ein Minimum.

Dazu gibt es 128 Gigabyte eingebauten Speicher und einen MicroSD-Karteneinschub für noch mehr Speicher. Denn ein Klangmonster wie der NW-ZX2 verträgt sich natürlich nicht mit komprimierten Datenformaten wie MP3, die Speicherplatz vor Klangqualität stellen. Als Abrundung für den digitalen Hörgenuss empfiehlt sich dann ein Kopfhörer wie Sonys XBA-Z5 für rund 700 Dollar.

Sony steht nicht alleine da mit dem Trend zu High-End-Musik, tragbar oder stationär. Nach Jahren der Entwicklung bringt Musiklegende Neil Young dieses Jahr endlich seinen Pono-Player in Form einer gestauchten Toblerone-Packung für reines Klangvergnügen auf den Markt. Jahrelang hatte sich Young verärgert über die miese Klangqualität von iPod & Co gezeigt und am Ende selbst entwickelt.

Aber mit 399 Dollar wird sein Dreiecks-Spieler sicher kein Massenprodukt. Zumal auch die iPods besser geworden sind. Während Sonys Flaggschiff sich ein zudem ein wenig dem Zeitgeist beugt und mit Android, Wlan und App-Store auch als Mini-Tablet durchgehen könnte, ist Pono ohne jeden Kompromiss nur auf das Hören ausgelegt.

„Der Trend geht klar zu höhere Klangqualität“, weiß Andreas  Spechtler, Präsident von Dolby International. Und Millionär muss man dafür auch nicht sein. Wer will, der kann immer noch 50.000 oder 500.000 Euro für eine imposante Audio-Anlage der Extraklasse hinlegen. Aber guter Klang alleine muss nicht mehr so viel kosten.

Dolby, Urvater der Klangverbesserer seit Zeiten des Kassettenrekorders, hat gerade sein Raumklang-System Dolby Digital Plus auf Amazons Kindle HDX-Tablet gebracht und die TV-Box Kindle Fire. Mehr will er im Gespräch mit dem Handelsblatt nicht sagen, aber es werde „bald weitere Tablets“ mit dieser Technologie geben.

Eine Renaissance sieht er bei Soundbars für TV-Geräte kommen. Verbesserte Technologie werde helfen die Qualität dieser Systeme zu verbessern. Sie bestehen aus einem einzigen Gehäuse und simulieren den Raumklang aus bis zu zehn Lautsprechern.

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Kein Display, keine Schalter, nichts

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