Aufatmen in der Raumstation
Vier Computer arbeiten wieder

Aufatmen auf der internationalen Raumstation ISS: Ein Teil der zeitweise ausgefallenen Rechnersysteme im russischen Teil ist wieder in Betrieb. Zwei andere Computer haben allerdings nach wie vor ihren Geist aufgegeben.

HB HOUSTON/MOSKAU. Die Kosmonauten Fjodor Jurtschichin und Oleg Kotow umgingen nach Angaben der US- Raumfahrtbehörde NASA mit einem Überbrückungskabel einen schadhaften Stromschalter. Vier der insgesamt sechs Computer funktionierten am Samstag wieder. „Wir sind sehr glücklich darüber, wie sich die Dinge gewendet haben“, sagte ISS-Flugdirektor Mike Suffredini am Freitagabend (Ortszeit) im NASA-Kontrollzentrum in Houston (US-Staat Texas). Die Bord-, Kontroll- und Navigationsrechner der Russen waren am Mittwoch ausgefallen.

Der Navigationscomputer kontrolliert unter anderem die Düsen zur Kurskorrektur. Der Zentralrechner regelt die Sauerstoffversorgung und andere Funktionen. Die vier wieder angeschlossenen Computer erfüllten zunächst alle Funktionen, die für den Betrieb der Station nötig sind, zitierte die Agentur Interfax in Moskau einen russischen Raumfahrtexperten. Niemand könne sagen, wann die beiden anderen Computer wieder hochgefahren werden können.

Der Präsident des Raumfahrtkonzerns Energija, Nikolai Sewastjanow, hatte am Freitag erklärt, die Computer seien wegen einer „elektrostatischen Entladung“ und eines daraus folgenden hohen Stromimpulses ausgefallen, nachdem amerikanische Astronauten neue Sonnensegel montiert hatten. Durch die Störung der russischen Bordcomputer sei dann ein Feueralarm ausgelöst worden, in dessen Folge sich die Geräte abschalteten.

Am Samstag war eine Auswertung der mittlerweile gewonnenen Daten geplant, sagte ISS-Flugdirektor Suffredini. Am Wochenende sollte zudem endgültig über den Abflugtermin der angedockten US-Raumfähre „Atlantis“ entschieden werden. Dem ursprünglichen Planung nach will die siebenköpfige Crew am Dienstag die Heimreise zur Erde antreten. Mittwoch ist der letzte mögliche Abflugtag. Für Sonntag um 18.43 Uhr MESZ ist der vierte und letzte Außeneinsatz vorgesehen.

Beim dritten Einsatz im Weltraum flickten in der Nacht zum Samstag außerdem zwei NASA-Astronauten eine beschädigte Isoliermatte an der „Atlantis“ und falteten ein altes Sonnensegel ein. Wegen der anspruchsvollen Aufgaben brauchten Danny Olivas und Jim Reilly etwas länger als geplant: Sieben Stunden und 58 Minuten statt der vorgesehenen sechseinhalb Stunden. „Ihr Jungs habt einen tollen Job gemacht“, lobte eine Sprecherin der Bodenstation in Houston. Mit einem Tacker für medizinische Zwecke und 21 Drahtstiften heftete Olivas das Mattenstück fest. Die zehn mal 15 Zentimeter große Ecke hatte sich beim Start der „Atlantis“ vorige Woche am oberen Heck gelöst.

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