Aufnahmen der Sonde „Global Surveyor“
Nasa findet Wasser-Spuren auf dem Mars

Spekulationen über mögliches Leben auf dem Mars haben neuen Auftrieb erhalten. Aus dem All aufgenommene Bilder deuten nach einer neuen Untersuchung darauf hin, dass auch in jüngster Zeit Wasser auf dem Roten Planeten geflossen sein könnte.

HB WASHINGTON. Neue Bilder der Marssonde „Global Surveyor“ zeigen laut einer am Mittwoch im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlichten Studie Veränderungen auf der Oberfläche des Planeten, die diese Theorie stützen. Bei dem Vergleich von Bildern, die im Abstand von sieben Jahren aufgenommenen wurden, seien Änderungen der Marsoberfläche festgestellt worden, erklärte ein Expertenteam in dem Bericht.

„Diese Beobachtungen liefern den bislang jüngsten Beweis dafür, dass auch derzeit noch gelegentlich Wasser auf dem Mars fließt“, sagte Michael Meyer, leitender Wissenschaftler des Mars Erkundungsprogramms der US-Raumfahrtbehörde. Bislang hatten Wissenschaftler auf dem Roten Planeten nur gefrorenes Wasser und Wasserdampf nachweisen können. Flüssiges Wasser dagegen ist notwendig für die Entstehung kleinster lebender Organismen.

Dem Bericht zufolge kann sich flüssiges Wasser nicht für längere Zeit auf dem Mars halten - auf Grund der kalten und besonderen atmosphärischen Bedingungen an Oberfläche verdampft oder gefriert es schnell. Dies weist darauf hin, dass sich das flüssige Wasser möglicherweise in einigen Gegenden des Planeten recht nahe an der Oberfläche befindet, so dass es immer wieder aus dem Gestein heraussickern kann.

„Mars Global Surveyor“ lieferte bereits vor einigen Jahren Bilder von Gräben und Rinnen, die nach Vermutung der Forscher von fließendem Wasser in die Oberfläche gegraben sein könnten. Wissenschaftler von Malin Space Science Systems, die eine Kamera in der Sonde betrieben, entschlossen sich daraufhin, der Sache weiter nachzugehen und schossen tausende neue Fotos. Anhand der Bilder überprüften sie die Mars-Landschaft auf mögliche Veränderungen.

Aufnahmen aus den Jahren 2004 und 2005 wiesen der Studie zufolge bei zwei Gräben auf Veränderungen seit 1999 hin. Diese Veränderungen sähen aus, als ob sie durch Wasser verursacht worden seien. Die Wissenschaftler erspähten helle Ablagerungen, die auf den ersten Fotos nicht zu sehen waren, und vermuten, dass sie von fließendem Wasser dort zurückgelassen wurden.

„Wir merken nun, dass der Mars aktiver ist, als wir bislang dachten“, erklärte der nicht an der Studie beteiligte Wissenschaftler Phil Christensen von der Universität Arizona. Der Astrobiologe Bruce Jakosky von der Universität Colorado sagte, die Untersuchung unterstreiche die Wichtigkeit, nach vergangenem oder derzeitigem Leben auf dem Mars zu suchen. Oded Aharonson vom Kalifornischen Institut für Technologie nannte die Interpretation überzeugend, wies aber darauf hin, dass Wasser nur eine von mehreren möglichen Erklärungen sei. Es müsse weiter untersucht werden, ob die Ablagerungen vielleicht auch von Staubmassen zurückgelassen worden sein könnten.

Bislang konzentrierte sich die Suche nach Spuren von fließendem Wasser auf dem Mars vor allem auf Hinweise auf ein früheres Vorkommen oder auf den Nordpol des Planeten. Den Kontakt zur Sonde „Mars Global Surveyor“ verlor die US-Raumfahrtbehörde NASA vor wenigen Wochen.

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