Forschung + Innovation
Aufregung um Studie zu Leukämierisiko durch Strommasten

Eine Untersuchung eines möglichen Leukämierisikos für Kinder in der Nähe von Hochspannungsleitungen hat am Freitag für Wirbel in den britischen Medien gesorgt.

dpa LONDON. Eine Untersuchung eines möglichen Leukämierisikos für Kinder in der Nähe von Hochspannungsleitungen hat am Freitag für Wirbel in den britischen Medien gesorgt.

Forscher um Gerald Draper von der Universität Oxford hatten in Großbritannien 64 Fälle von Leukämie bei Kindern gezählt, die zum Zeitpunkt ihrer Geburt näher als 200 Meter an einer Freileitung gemeldet waren. In einer entsprechenden Kontrollgruppe lebten 39 Kinder innerhalb derselben Distanz zu Hochspannungsleitungen.

Die Forscher selbst räumen im Fachblatt „British Medical Journal“ (Bd. 330, S. 1 290) ein, dass dieser „Überschuss“ von Leukämiefällen rein zufälliger Natur sein könnte. Es gebe „keine befriedigende Erklärung für die Ergebnisse im Hinblick auf magnetische Felder als Ursache“, und die Befunde würden auch „nicht durch überzeugende Labordaten oder irgendeinen allgemein akzeptierten biologischen Mechanismus gestützt“, schreiben sie.

Die genauen Auslöser von Leukämien im Kindesalter sind nicht umfassend geklärt. Man sei sich heute jedoch einigermaßen sicher, dass oft Erbgutschäden vor der Geburt beteiligt seien, die wahrscheinlich mit Infektionen, Chemikalien, ionisierender Strahlung oder anderen Umwelteinflüssen zusammenhingen, kommentiert Heather O Dickinson von der Universität Newcastle in dem Fachjournal (S. 1 279).

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