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Augenärzte: Die Hälfte aller Star-Erkrankten ist ahnungslos

Die Hälfte aller am gefährlichen Grünen Star Erkrankten ahnt nach der Einschätzung von Augenärzten nichts von der Gefahr für ihr Sehvermögen.

dpa DüSSELDORF. Die Hälfte aller am gefährlichen Grünen Star Erkrankten ahnt nach der Einschätzung von Augenärzten nichts von der Gefahr für ihr Sehvermögen. Die schleichende und schmerzlose Erkrankung kann durch frühzeitige Diagnose gestoppt werden und muss deswegen nicht zur Erblindung führen, sagten Fachärzte am Dienstag bei einer Tagung in Düsseldorf.

Beim Grünen Star werden unter anderem durch den Augeninnendruck die Sehnerven schwer geschädigt. Wahrscheinlich seien in Deutschland zwei Prozent aller Menschen ab 60 Jahren vom Glaukom als der zweithäufigsten Erblindungsursache in Industrienationen betroffen. Nur bei 50 Prozent von ihnen werde die Krankheit aber aufgedeckt.

Jenseits des 40. Lebensjahres sei alle ein bis zwei Jahre eine Vorsorgeuntersuchung ratsam. Nur diese regelmäßige Untersuchung könne die rechtzeitige Therapie schon im frühen Stadium des Glaukoms garantieren, betonte der Direktor der Augenklinik Dresden, Prof. Lutz E. Pillunat, bei der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD). Die zunächst langsam fortschreitende Sehschwäche werde von den Betroffenen kaum bemerkt und außerdem lange mit dem gesunden Auge ausgeglichen. In den entwickelten Ländern der Welt „braucht im Grunde aber niemand am Glaukom zu erblinden“, sagte der Mediziner. Zu einer für jeden Patienten „maßgeschneiderten“ Therapie stünden seit wenigen Jahren geeignete Medikamente zur Verfügung, die den Innendruck des Auges senken, die Durchblutung verbessern und das Absterben der Sehnervenzellen stoppen könnten.

„Anlass zur Hoffnung“ durch neue Medikamente gebe es auch bei der Behandlung der Makula-Degeneration, einer Erkrankung der Netzhautmitte, von der etwa zwei Mill. Bundesbürger betroffen sind. Diese Mittel könnten den dramatischen Sehverlust allerdings bisher nur zum Stillstand bringen oder hinauszögern, sagte der Direktor der Bonner Universitäts-Augenklinik, Prof. Frank G. Holz, beim mit 5 000 Teilnehmern größten Treffen deutschsprachiger Augenärzte. Die altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) sei vor einem Jahrhundert noch völlig unbekannt gewesen und heute angesichts des gestiegenen Durchschnittsalters die häufigste Erblindungsursache in den Industrienationen.

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