Außenbordeinsatz
Astronauten in schwieriger Mission

Eine knifflige Arbeit und eine gefährliche dazu: Ins Weltall sind zwei Astronauten aus der US-Raumfähre „Discovery“ ausgestiegen. Sie wollen defektes Sonnensegel der Internationalen Raumstation (ISS) reparieren. Heikel, denn es drohen einige Gefahren.

HB HOUSTON. Die Weltraumbehörde NASA sprach von einer der schwierigsten je im freien All unternommenen Reparaturen. Der Einsatz wurde mehrfach verschoben, die Ingenieure auf der Erde hatten fieberhaft an einer Lösung des Problems gearbeitet. Um den Riss im Sonnensegel der Raumstation, das für die Energieerzeugung benötigt wird, zu flicken, schweben zwei Astronauten in den freien Weltraum – gut 200 Kilometer über der Erde.

Scott Parazynski und Douglas Wheelock werden mit Hilfe eines knapp 30 Meter langen Roboterarms zu dem Sonnensegel manövriert. Dort angekommen, untersucht Parazynski zunächst die defekte Stelle und schickt mit seiner Helmkamera aufgenommene Bilder zur Bodenstation. Erst nach einer genaueren Untersuchung des Defekts kann der 46-Jährige mit der Reparatur beginnen. Geführt wird er dabei von seinem Kollegen Wheelock. Parazynski installiert zunächst eine Klammer an dem gerissenen Sonnensegel.

Gefährlich ist die Reparatur, weil das Solarsegel auch während der Arbeiten mit mehr als 100 Volt unter Strom steht. Um das Risiko eines Stromschlages zu verringern, wurden alle Metallteile an Parazynskis Weltraumanzug sowie alle seine Werkzeuge mit Isolierband abgeklebt. Außerdem führt er eine Art „Hockeyschläger„ mit sich, um sich in der Schwerelosigkeit von den Solarzellen fernzuhalten. „Sei vorsichtig, pass auf“, mahnte ihn das NASA-Bodenpersonal immer wieder. Eine weitere Gefahr ist es, dass scharfe Kanten am Sonnensegel die Astronauten-Handschuhe beschädigen könnten. Es ist Parazysnkis vierter Außenbordeinsatz während der derzeitigen Mission der Raumfähre „Discovery“.

Zwei technische Problem schränken derzeit die Stromversorgung der ISS ein. Bevor nicht wenigstens einer der beiden Defekte behoben ist, kann die Weltraumstation nicht erweitert werden. Der Riss in einem der Sonnensegel wurde entdeckt, als dieses am Dienstag während eines Außenbordeinsatzes entfaltet wurde. Zusätzlich ist ein Drehgelenk defekt, das die Segel immer an der Sonne ausrichten soll. Die Ursache der Schäden war bis Donnerstag noch nicht völlig geklärt.

Mehr bei »  » spaceflight.nasa.

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