Auszeichnung
Physik-Nobelpreis für Entdecker des Higgs-Teilchens

Der Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den Belgier François Englert und den Briten Peter Higgs. Die Wissenschaftler werden für ihre Vorhersage des im vergangenen Jahr nachgewiesenen Higgs-Partikels ausgezeichnet.

Stockholm/DüsseldorfDie Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat die Namen der diesjährigen Physik-Nobelpreisträger bekanntgegeben. Ausgezeichnet werden der Belgier François Englert und der Brite Peter Higgs.

In der Begründung der heißt es, die beiden Wissenschaftler hätten bahnbrechende Erkenntnisse für die Partikelphysik gewonnen. Sie hätten die „theoretische Entdeckung der Mechanismen“ gemacht, „die notwendig für unser Verständnis des Ursprungs der Masse subatomarer Teilchen“ sind. Es geht darum, wie Teilchen - also die Grundbausteine der Materie - ihre Masse erhalten.

Dies wird mit dem sogenannten Higgs-Mechanismus erklärt, dem Peter Higgs schon in den 60erJahren auf die Spur kam. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Higgs-Bosonen, die wegen ihrer universellen Bedeutung auch „Gottesteilchen“ genannt werden. Englert, mittlerweile emeritierter Professor der Freien Universität Brüssel, hatte schon vor Higgs zusammenmit seinem 2011 verstorbenen Kollegen Robert Brout zu dem Thema gearbeitet.

Nachweis in der größten Maschine der Welt

Im vergangenen Jahr war die Existenz des Higgs-Bosons im riesigen Teilchenbeschleuniger LHC des europäischen Kernforschungszentrums CERN in Genf nachgewiesen worden. Der LHC gilt als größte Maschine, die jemals von Menschen erbaut wurde. Mehr als hundert Meter unter der Erde ließen die CERN-Wissenschaftler in dem 27 Kilometer langen Ringtunnel Protonen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aufeinanderprallen. Die dabei gesammelten Daten bestätigten die Vorhersagen, die von den beiden Forschern vor fast 50 Jahren gemacht worden waren.

Die Forschung der beiden Wissenschaftler geschah unabhängig voneinander. Higgs und Englert begegneten sich zum ersten Mal im Sommer vergangenen Jahres bei der Bestätigung des Higgs-Teilchens am CERN. Higgs hatte die als Sensation gefeierte Entdeckung des nach ihm benannten Elementarteilchens mit typisch britischem Understatement kommentiert. „Es ist schön, manchmal Recht zu haben“, sagte er im Juli 2012

Deutlich emotionaler reagierte Higgs auf die Nachricht aus Stockholm. Er sei „überwältigt“, sagte er laut einer Mitteilung der Universität von Edinburgh, an der Higgs als Professor gearbeitet hatte. Er gratulierte auch „all denjenigen, die dazu beigetragen haben, dieses neue Teilchen zu entdecken“ und dankte seiner Familie und seinen Freunden. Er hoffe, dass dieser Nobelpreis das Bewusstsein für die Bedeutung von Grundlagenforschung fördere. Englert sagte in einer ersten Stellungnahme: „Ich bin sehr froh, dass ich den Preis bekomme.“

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