Auszeichnungen
Zahl der Tierversuche in Deutschland gestiegen

Die Zahl der Tierversuche in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 100 000 gestiegen. Nach Angaben des Bundesverbraucherministerium wurden 2,2 Mill. Mal an Tieren Versuche vorgenommen.

dpa BERLIN. Die Zahl der Tierversuche in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 100 000 gestiegen. Nach Angaben des Bundesverbraucherministerium wurden 2,2 Mill. Mal an Tieren Versuche vorgenommen.

Wegen dieser besorgniserregenden Entwicklung sei es wichtig, rasch mehr Alternativen zu entwickeln, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Ursula Heinen bei der Verleihung des Tierschutz-Forschungspreises in Berlin.

Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung erhielten die Wissenschaftler Ellen Fritsch von der Universität Düsseldorf und Christoph Giese von der Berliner Firma Probiogen für Alternativen zu Tierversuchen. Sie hatten Methoden entwickelt, bei denen mit Hilfe künstlicher Lymphknoten und Vorläufern menschlicher Nervenzellen im Labor getestet wird, ob etwa Medikamente allergische Reaktionen oder Gehirnschäden hervorrufen können.

Grund für den Anstieg bei Tierversuchen ist Heinen zufolge unter anderem die EU-Chemikalienrichtlinie Reach, derentwegen rund 30 000 Stoffe auf ihre Verträglichkeit hin geprüft werden müssten. Dafür seien Tierversuche unumgänglich, sagte Heinen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) schätzt, dass für die Umsetzung in Europa mindestens zehn Mill. Tierversuche zusätzlich nötig sind.

Tierschützer kritisierten, die Anerkennung von Alternativmethoden dauere zu lange. Dadurch kämen sie bislang kaum zur Anwendung, sagte Christiane Baumgartl-Simons vom Bundesverband Menschen für Tierrechte am Rande der Preisverleihung. Auch werde so das von der EU beschlossene Verbot von Tierversuchen für Kosmetik ab 2009 unterhöhlt. Es könne möglicherweise nicht umgesetzt werden, wenn zu wenige Ersatzverfahren bereitstünden.

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