Automatische Diagnose
Philips entwickelt Frühwarnsystem für Demenz-Erkrankungen

Kleiner Fortschritt im Kampf gegen Demenz: Das niederländische Unternehmen Philips hat zusammen mit der Universitätsklinik Hamburg ein sicheres Verfahren entwickelt, Veränderungen im Gerhin frühzeitig festzustellen – ohne aufwendige Analyse vom Facharzt.

hsn DÜSSELDORF. Eine neue Software von Philips vereinfacht die Diagnose von Demenz-Erkrankungen. Gemeinsam mit dem Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat das Unternehmen ein entsprechendes System für die Früherkennung entwickelt. Es unterstützt die Bewertung von Aufnahmen des Gehirns mit einem Positronen-Emissions-Tomographen (PET) in Kombination mit einem Magnet-Resonanz-Tomographen. „Bislang konnten nur Spezialisten diese komplexe Aufgabe erledigen“, sagt Ralph Buchert, Nuklearmedizin-Experte am UKE. Das neue Verfahren sei schneller und könne von jedem Arzt genutzt werden. Es habe sich bereits in Tests bewährt.

Das von Philips Research und dem UKE entwickelte Werkzeug kombiniert die PET-Aufnahmen, die die Gehirnaktivität abbilden, mit den anatomischen MRT-Aufnahmen des Gehirns und vergleicht das Ergebnis mit Hilfe von Bildverarbeitungstechniken. Pathologische Veränderungen werden hervorgehoben. Zudem schlägt das System die wahrscheinlichste Diagnose vor.

„Das Analysewerkzeug an sich ist nicht neu“, sagt Lothar Spies, Abteilungsleiter Digital Imaging bei Philips Research. Es habe sich bei der Erkennung von kleinen Lungenknoten bewährt. Die Software, die für diese Anwendung in Europa zugelassen ist, wurde nun für die Erkennung neurodegenerativer Erkrankungen optimiert und mit Datenbanken verknüpft.

Von Demenz sind mehr als 25 Millionen Menschen weltweit betroffen. Häufigste Ursache ist die Alzheimersche Krankheit. Das Philips-System erkenne eine Erkrankung bereits im Frühstadium, sagt Buchert. „Je eher Medikamente eingenommen werden, desto länger kann das Fortschreiten hinausgezögert werden.“ Außerdem erhielten Pharma-Unternehmen und Klinik-Teams ein wertvolles Werkzeug für die Beurteilung neuer Medikamente.

Die Technik ist praxisreif. Bevor sie breit genutzt werden kann, muss sie sich weiter bewähren. Das geschieht in einer klinischen Evaluierungsphase, die in Kürze im UKE anlaufen soll. Dazu wird das computergestützte System parallel mit den vorhandenen Diagnoseverfahren eingesetzt. Gleichzeitig soll die neue Lösung so verbessert werden, dass sie die drei häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen – Alzheimersche Krankheit, Lewy-Körperchen-Demenz und Frontotemporale Demenz – unterscheiden kann.

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