Automatisierungslösungen
Die Roboter müssen noch viel lernen

Die Hersteller von Robotern schätzen den Mittelstand. Kleinere und mittelgroße Unternehmen seien den Technologien gegenüber sehr aufgeschlossen, sagt Michael Wenzel, Geschäftsführer von Reis Robotics in Obernburg. Der Grund: „Ein mittelständisches Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe in Deutschland muss automatisieren.“ So lassen sich die Kosten im Griff halten.

DÜSSELDORF. Doch die Anforderungen des Mittelstands sind speziell: „Die Firmen brauchen komplette Lösungen und keine einzelnen Produkte“, so Wenzel. Das bedeutet, dass bis hin zur veränderten Logistik und Ablaufplanung während der Herstellung auch die Randbedingungen der Produktion berücksichtigt werden müssen.

Derzeit geht der Trend zu komplexen, integrierten Lösungen, über die bestehende Insel-Anwendungen verbunden werden. „Roboter kommen im Mittelstand zunehmend auch in verknüpften Operationen zum Einsatz. Werkstücke werden zuerst bearbeitet, dann lackiert und anschließend verpackt“, weiß Wenzel. Generell besteht seine mittelständische Klientel aus mit Robotik erfahrenen Unternehmen – die Zahl der Einsteiger nimmt ab. Im vergangenen Jahr kam es sogar zu insgesamt rückläufigen Zahlen beim Robotereinsatz. Der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer berichtet von einem Minus zwischen drei und fünf Prozent.

„Die Anbieter werden sich nun noch mehr auf kleine und mittlere Unternehmen einstellen“, prognostiziert Martin Hägele, Abteilungsleiter Robotersysteme beim Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, IPA. Das ist dringend notwendig, um weiter zu wachsen: Hägele sieht bei den Mittelständlern zwar keine Berührungsängste – aber noch Vorbehalte, was Kosten, Funktion und Flexibilität betrifft. Bisher müssten sie häufig auf marktübliche Lösungen investieren, die überdimensioniert oder nicht wirtschaftlich seien. „Roboter, die in mittelständischen Unternehmen zum Einsatz kommen werden, sehen anders aus, werden anders verwendet und werden anders beschafft“, betont Hägele.

Wie das aussehen kann, untersucht Hägele im Rahmen des Forschungsprojekts SME-Robotics, das Ende letzten Jahres angelaufen ist und in dem zahlreiche europäische Roboterhersteller mitarbeiten. Es soll den Einsatz für Zielgruppen attraktiv machen, die bislang nicht ausreichend beachtet worden sind. „Die Unternehmen stehen unter großem Kostendruck. Man kann davon ausgehen kann, dass die Prüfung hinsichtlich eines Robotereinsatzes weitgehend erfolgt ist“, so Wenzel. Die Roboter-Hersteller müssen also neue Kunden gewinnen, für die der Einsatz sich bislang nicht gelohnt hat.

Ein erster Knackpunkt, der dabei zu lösen ist, ist die Programmierung der Geräte. Die ist für potenzielle Anwender häufig zu aufwendig. „Roboter der Zukunft müssen sich intuitiv programmieren lassen, zum Beispiel durch Vormachen“, sagt Hägele. Ansätze dazu gibt es zwar bereits. Allerdings finden sie sich weniger im industriellen Umfeld, sondern eher bei Servicerobotern.

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