Automobilindustrie
Röntgenstrahler optimieren die Materialprüfung

Lange Zeit verwendeten ausschließlich Mediziner Computertomographen. Jetzt kommen Röntgenstrahler auch in der Technik zum Einsatz. Ingenieure des Automobilzulieferers Delphi aus Wuppertal haben ein Verfahren zur Serienreife entwickelt, bei dem sie mithilfe eines Computertomographen die Abmessungen von Bauteilen überprüfen können. So können die Techniker fehlerhafte Stellen auf einen Blick erkennen.

DÜSSELDORF. Das System vergleicht die dreidimensionalen Röntgenabbildungen mit den am Rechner erstellten – ebenfalls dreidimensionalen – Bauplänen. Abweichungen markiert das System auf dem Bildschirm mit Farbe. So können die Techniker fehlerhafte Stellen auf einen Blick erkennen.

Das Unternehmen konnte seine Kunden aus der Automobilindustrie von der Verlässlichkeit ihres neuen Prüfverfahrens überzeugen. „Die Beweisreihen liegen vor“, sagt Peter Knauff, Projektleiter bei Delphi. Der Computertomograph (CT) in Wuppertal ist bereits so stark ausgelastet, dass Delphi über die Anschaffung eines weiteren CTs nachdenkt.

Lange Zeit verwendeten ausschließlich Mediziner Computertomographen. Die Idee zum Einsatz der Röntgenstrahler in der Technik hatten erstmals Oldtimer-Freunde. Die stehen oft vor dem Problem, dass es für ihre Schmuckstücke kaum noch Ersatzteile gibt. Mithilfe eines Röntgengeräts erstellten sie Abbilder des gesuchten Bauteils, aus denen sie Gussformen für Ersatzteile fertigen ließen. Allerdings war das Verfahren noch reine Improvisation: Die Mechaniker marschierten mit ihrem „Patienten“ in eine radiologische Praxis.

Mittlerweile ist die Computertomographie in der Materialprüfung etabliert. Die Strahlen durchleuchten auch feste Stoffe wie Stahl oder Kunststoff und können so Materialfehler wie beispielsweise Risse oder Luftblasen in Gussteilen entdecken. Einige Anbieter von Messtechnik haben sich inzwischen darauf spezialisiert, Röntgenanlagen entsprechend den Anforderungen aus der Industrie zu bauen. Allerdings ist der Markt im Vergleich zur Medizin eher klein. Der Preis für einen Apparat liegt im Bereich von einer halben bis zu einer Million Euro. Diese hohen Investitionskosten nehmen meist nur Maschinenbauer auf sich, die strengen Nachweispflichten unterliegen – zum Beispiel Zulieferer der Automobilhersteller oder der Luft- und Raumfahrtindustrie.

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