Autonomes Fahren
Geisterautos erobern die Straße

Weltweit arbeiten Wissenschaftler daran, den Fahrer im Auto überflüssig zu machen. Ihre Roboterautos sind mittlerweile in der Lage, tausende Kilometer im normalen Straßenverkehr zurückzulegen. Doch die Modellversuche werfen auch Fragen auf - etwa die, wer bei Unfällen künftig haftet.
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DÜSSELDORF. Sie müssen aufgefallen sein, die Fahrzeuge mit dem merkwürdigen Dachaufbau, die mindestens ein Jahr lang die Straßen zwischen San Francisco und Los Angeles bevölkerten. Wer sie sah, brachte sie vielleicht mit dem Projekt Google Street View in Verbindung. Dass sich der Internet-Konzern mit der Testflotte von sieben Toyota Prius einem ganz anderen Ziel verschrieben hat, wurde erst am vergangenen Wochenende klar - als Google sein Projekt "Roboterauto" der Öffentlichkeit präsentierte.

Mehr als 1 600 Kilometer fuhren die Google-Autos bereits ganz ohne menschliches Eingreifen - auch wenn stets ein potenzieller Fahrer hinter dem Lenkrad saß, um im Notfall eingreifen zu können. Doch mit dieser Strecke ist Google keineswegs Rekordhalter in Sachen autonomes Fahren.

In wenigen Tagen werden vier fahrerlose Testfahrzeuge der Universität Parma einen Trip beenden, der sie von Norditalien über Moskau und Sibirien durch die Wüste Gobi bis nach Shanghai geführt haben wird. Wenn die Italiener Ende Oktober die chinesische Metropole erreichen, werden 13 000 Kilometer hinter ihnen liegen - die längste Testfahrt in der Geschichte der Roboterautos.

Seit den 1960er-Jahren versuchen sich Ingenieure daran, den menschlichen Autofahrer durch ein System von Kameras, Sensoren und Computern zu ersetzen. Roboter reagieren schneller als Menschen, haben - mit entsprechender Kameratechnik ausgerüstet - einen besseren Überblick und sind nicht anfällig für Ärger, Stress, Müdigkeit oder Alkohol.

Entsprechend geringer fällt das Unfallrisiko aus, der Komfort für den Fahrer steigt und die Umweltbelastung verringert sich - etwa, weil Auto-Hersteller angesichts niedrigerer Unfallzahlen beim Fahrzeugbau auf leichtere Materialien zurückgreifen können. Immer vorausgesetzt, die Technik des Roboterfahrers ist ausgereift und auf alle Eventualitäten vorbereitet.

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