Bahnkonzerne gehen eigene Wege
Superzüge aus dem Baukasten

Jahrelang haben die großen „Systemhäuser“ der Verkehrstechnik – Bombardier, Siemens und Alstom – wie noch beim ICE anspruchsvolle Zugsysteme gemeinsam in Konsortien entwickelt. Doch jetzt belebt Konkurrenz das Geschäft.

HB BERLIN. Mit technischen Eigenentwicklungen von den Antriebskonzepten bis zum Design versuchen die Hersteller, sich mit den neuen Generationen ihrer Hochgeschwindigkeitszüge gegenseitig die Aufträge wegzuschnappen.

„Konsortiallösungen sind politisch gewollt. Wir treten lieber an, wo wir es selbständig machen können“, sagt Flavio Canetti, bei Bombardier Transportation für den Markt der Hochgeschwindigkeitszüge verantwortlich, was viele in der Branche denken.

Der schnellste Zug des kanadischen Konzerns, der seine Verkehrstechnik von Berlin aus managt, heißt „Zefiro“. Noch gibt es ihn nur auf Papier. Dabei handelt es sich um ein maßgeschneidertes Zugsystem, das individuell nach Kundenwunsch gefertigt wird. Ganz innovativ ist er nicht: Bombardier wird den Superzug aus einem Baukasten anbieten, der aus technischen Komponenten der ICE-Entwicklung und der schwedischen Bombardier-Züge besteht.

Neue Wege in der Produktion

Neue Wege auch in der Produktion: Bei einem Auslandsauftrag würde dieser Zug nicht mehr an deutschen oder schwedischen Standorten gefertigt. Ins internationale Geschäft kommen die Konzerne nur noch mit einer weit reichenden lokalen Fertigung. Hier zu Lande bleibt nur das Engineering und Projektmanagement.

Große Hoffnungen verknüpfen die Zughersteller mit dem Markt in China. Noch 2006 rechnet die Industrie mit ersten Ausschreibungen. Erwartet wird, dass die Volksrepublik bis 2020 etwa 30 000 Kilometer Bahnstrecken für Geschwindigkeiten über Tempo 200 bauen wird. Allein in den nächsten fünf Jahren würden etwa 1000 Züge benötigt.

Auch in Italien hofft die Branche im Sommer auf eine Ausschreibung von 100 bis 120 Hochgeschwindigkeitszügen, die bis 2020 nach und nach geordert würden. „Alle Anbieter bereiten sich darauf vor“, sagt Dietrich Möller, Chef des Bereich „Trains“ bei Siemens Transportation Systems. Auch die Japaner seien an dem Markt interessiert.

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