Forschung + Innovation
Bakterium fördert Blutgefäß-Wachstum

Ein spezielles Bakterium fördert das Wachstum von Blutgefäßen und soll so einmal Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten helfen. Bei abwehrgeschwächten Patienten, etwa Aidskranken, sorge der Keim für die Neubildung von Arterien und Venen, berichtete die Universität Tübingen.

dpa TÜBINGEN. Ein spezielles Bakterium fördert das Wachstum von Blutgefäßen und soll so einmal Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten helfen. Bei abwehrgeschwächten Patienten, etwa Aidskranken, sorge der Keim für die Neubildung von Arterien und Venen, berichtete die Universität Tübingen.

Verantwortlich dafür sei ein Protein auf der Oberfläche der Mikroben, das möglicherweise in der Therapie von Menschen mit Gefäßkrankheiten eingesetzt werden könne. Dieses Eiweiß namens Bada habe das Team um Volkhard Kempf jetzt identifiziert. Die Arbeit wird im amerikanischen „Journal of Experimental Medicine“ (Novemberausgabe) veröffentlicht.

Das bis 300 Millionstel Millimeter lange, haarartige Protein ist den Angaben zufolge eines der größten bekannten Oberflächenmolekülen von Bakterien. Es dient dem Keim (Bartonella henselae) dazu, sich an das Bindegewebe der Blutgefäße zu heften. In infizierten menschlichen Zellen sorgt das Protein für die Ausschüttung von Substanzen, die Gefäßwachstum auslösen.

Gefäßverkalkung, Schlaganfall und Herzinfarkt gehörten zu den häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt, sagte Kempf, der die Forschergruppe am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Tübingen leitet. „Wir hoffen, dass unsere Arbeiten Anstöße für neue Behandlungskonzepte von Gefäßkrankheiten geben.“

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