Batterie-Recycling
Zweites Leben für Akkus aus E-Autos

Machen Batterien aus E-Mobilen schlapp, sind sie zu schade zum Wegwerfen. Stattdessen helfen sie, die Energiewende zu retten. Aber noch weiß niemand, wie sicher die Altspeicher sind. Oder wie lange sie durchhalten.

Mobi sieht aus wie ein Eiswagen. Klein, weiß, kantig. Tatsächlich liefert er keine süßen Erfrischungen, sondern Energie satt: Er ist eine Ladestation auf Rädern für Elektroautos, entwickelt vom US-Start-up FreeWire. Der Kunde ordert den Mobi per App, ein Mitarbeiter rollt ihn heran und lädt dessen Wagen wo immer erforderlich, etwa auf dem Parkplatz vor dem Einkaufcenter oder Büro. Das Besondere: Mobi steckt voller gebrauchter Batterien aus Elektroautos. Was eine clevere Idee ist.

Denn die Speicher verlieren im Alltag laufend an Kapazität, damit schrumpft die eh schon knappe Reichweite – in drei Jahren um ein Sechstel, wie der österreichische Automobilclub ÖAMTC ermittelt hat. Doch schwächelnde Lithium-Ionen-Akkus im Rahmen des Leasingvertrages oder der Garantie zu tauschen und dann zu verschrotten ist Verschwendung. Auch weil sich noch immer nicht alle verbauten Materialien wiederaufbereiten lassen, vor allem nicht energieneutral. Dann doch lieber die verbleibende Speicherkraft für ein zweites Leben nutzen.

Daher haben wie FreeWire auch Recycler und Autohersteller Lösungen entwickelt, um die Altakkus weiterzuverwenden, etwa als Zwischenspeicher für überschüssigen Sonnen- und Windstrom in Eigenheimen, Firmengebäuden oder speziellen Großanlagen.

Das ist weitsichtig, denn die Zahl der E-Autos wächst in Deutschland – von 2300 im Jahr 2011 auf heute 20.000. Weltweit sind es mittlerweile 740.000. Nicht zu vergessen: Europaweit kaufen Radler jährlich geschätzt eine Million Elektrofahrräder. Auch deren Akkus wollen irgendwann weiter genutzt werden.

Eines der pfiffigsten Konzepte ist sicher der mobile Stromspender Mobi. Mit seinen 48 Kilowattstunden Kapazität kann er etwa acht Autos am Tag teilladen und soll fünf jahrelang halten. Da FreeWire die Altakkus günstig bekommt, sollte sich das Geschäft schnell lohnen.

Derzeit zahlt das Start-up nach eigenen Angaben für Batterien von Nissans Leaf-Modellen rund ein Sechstel des Neupreises, etwa 95 Euro pro Kilowattstunde. Solch mobile Speicher können auch den Mangel an festen Ladestationen für E-Mobile in vielen Ländern ausgleichen. Marketingchef Jawann Swislow will nicht weniger, als mit dem Mobi „die Abhängigkeit der USA vom Öl beenden“ helfen.

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Gebraucht-Speicher-Batterie

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