Bauarbeiten auf ISS fortgesetzt
Bolzen im All verschwunden

Mit Schwerstarbeit im Außenbordeinsatz sind am Mittwoch die Bauarbeiten auf der Internationalen Raumstation (ISS) fortgesetzt worden. Dabei sind wieder Teile im All verloren gegangen. Weltraumschrott ist allerdings eine potenzielle Gefahr für die Raumfahrer.

HB HOUSTON. Die Astronauten der Daniel Burbank und Steven MacLean waren mit der Montage weiterer Sonnensegel beschäftigt. Bei den Arbeiten kam es zu kleineren Zwischenfällen: So ging MacLean ein Bolzen verloren, außerdem zerbrach eines seiner Werkzeuge. Bereits am Dienstag hatte US-Astronaut Joe Tanner einen Bolzen, eine Unterlegscheibe und Feder verloren. Diese Teile seien von der Raumstation weggeflogen und bedeuteten keine Gefahr, sagte der stellvertretende Space-Shuttle-Manager, John Shennon. Am Vortag war bei dem ersten Außeneinsatz der „Atlantis“-Besatzung bereits der 14-Meter hohe Träger des Solarmoduls installiert worden. Die insgesamt 73-Meter langen Sonnensegel sollen sich am Donnerstag öffnen.

„Das ist ein toller Tag hier draußen“, sagte US-Astronaut Burbank, als er von der ISS ins All schwebte. „Mann ist das schön. So etwas sieht man nicht jeden Tag.“ Burbank und sein kanadischer Kollege MacLean arbeiteten bei dem für sechs Stunden ausgelegten Außeneinsatz vorwiegend an einer Drehkupplung, die die Sonnensegel während des Flugs der ISS zur Sonne hin ausrichtet. Die Astronauten mussten zahlreiche Sperren lösen, die für den sicheren Transport des Bauteils von der Erde zur ISS angebracht wurden.

Bei den Montagearbeiten entschwebte MacLean ein Bolzen ins All. Seinen Angaben zufolge ist es jedoch unwahrscheinlich, dass der Bolzen in die Drehkupplung gelangt sei und deren Funktion beeinträchtigen könnte. Die Teile eines zerbrochenen Werkzeuges bekam der Astronaut noch rechtzeitig zu fassen. Nach dem Ende des Außeneinsatzes sollte die Drehkupplung eine Serie von Tests durchlaufen.

Die neuen Sonnensegel sollen die Energieversorgung an Bord der ISS verdoppeln. Der Anbau der rund 293 Mill. Euro teuren Teile ist die erste Erweiterung der ISS, seit dem Absturz der Raumfähre „Columbia“ 2003. Danach hatte die Nasa ihr Shuttle-Programm und damit auch den Ausbau der Raumstation vorübergehend eingestellt.

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