Forschung + Innovation
Baum-Ameisen fangen ihre Beute durch pilzige Fallen

Einige Baum-Ameisen bauen eine Art Streckbank um andere Insekten zu erlegen. Die etwa fingergroßen Fallen sitzen auf den Ästen der Ameisenbäume und sind mit kleinen Löchern übersät, wie Forscher der Universität Toulouse berichten. In den Fallen beziehen die Jäger Stellung.

dpa LONDON/TOULOUSE. Einige Baum-Ameisen bauen eine Art Streckbank um andere Insekten zu erlegen. Die etwa fingergroßen Fallen sitzen auf den Ästen der Ameisenbäume und sind mit kleinen Löchern übersät, wie Forscher der Universität Toulouse berichten. In den Fallen beziehen die Jäger Stellung.

Landet ein argloses Insekt auf dem Gebilde, springen die Ameisen aus ihren Löchern. Sie greifen sich die Flügel, Antennen und Beine der Beute und ziehen von allen Seiten. Ein weiterer Trupp attackiert das gestreckte Beutetier solange mit Bissen, bis es tot ist. Die Falle wird von einem Pilzgeflecht verstärkt, das scheinbar ausschließlich dort wächst. Das Team um Jérôme Orivel präsentiert die ungewöhnlichen Jagdmethode im britischen Fachjournal „Nature“ (Bd. 434, S. 973) vom Donnerstag.

Auf diese Weise erlegen die Ameisen (Allomerus decemarticulatus) Insekten, wie beispielsweise Heuschrecken, die um ein Vielfaches größer sind, als sie. Für den Bau des ungewöhnlichen Konstrukts nutzen die Ameisen die starken Haare an den Ästen als Grundpfeiler. Arbeiterameisen weben aus abgetrennten Haaren die Wände und durchlöchern dann das Ganze. Anschließend beginnt ein Pilz von den Löchern aus, den Hinterhalt zu umwachsen und ihn so zu verstärken. Die Forscher vermuten, dass der Pilz ausschließlich in Kombination mit den Ameisen auftritt.

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