Bemannte Raumfahrt
Rückkehr in Erdatmosphäre birgt die meisten Gefahren

Eines der größten Probleme der bemannten Raumfahrt ist der Wiedereintritt einer Raumfähre in die Erdatmosphäre: Denn dabei drückt das Space-Shuttle die zunehmend dichtere Luft vor sich extrem zusammen. Es entsteht eine Reibung der Gasmoleküle, die Außentemperaturen können dadurch auf bis zu 1600 Grad Celsius steigen.

HB HAMBURG. Geschütz werden die Raumfähren vor der extremen Hitze durch so genannte Hitzeschutzsysteme. Dazu gehören etwa Isoliermatten aus Faserdämmstoff sowie Dichtungsfilz - und eben auf der Unterseite des Shuttels die Keramikkacheln, von denen beim Start der "Discovery" offenbar eine beschädigt wurde.

Besonders verwundbar an einer Raumfähre sind Nase und Vorderkanten der Tragflächen. Sie werden deshalb mit Thermalelementen aus Kohlefaserverbundstoff noch einmal extra geschützt. An jedem Tragflügel sind 22 dieser nach vorn abgerundeten, mit Grafit gefüllten und mit Siliziumkarbid glasierten Elemente montiert. Jedes ist ein Einzelstück und individuell geformt.

Bei der "Columbia" hatte ein beim Start vom Außentank abgesprengtes Stück Schaumstoff den Hitzeschild beschädigt. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre waren durch den Riss heiße Gase eingedrungen und hatten Kabel und Leitungen verglüht. Das Shuttle brach 60 Kilometer über Texas auseinander und riss alle sieben Besatzungsmitglieder in den Tod.

Die Kohlefaserelemente erwiesen sich dennoch - bei den rigorosen Tests nach dem "Columbia"-Unglück - als beste Hitzeschutzlösung für die Tragflügel. Die Weltraumbehörde Nasa hat daher praktisch nichts geändert. Allerdings wird die innere Tragflügelkonstruktion bei der "Discovery" jetzt zusätzlich mit einem wattegefüllten Stoffüberzug geschützt. Zudem wurden 22 Temperatur- und 66 Schwingungssensoren im Tragflügel installiert, die pro Sekunde 22 000 Messungen vornehmen.

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