Bereits in fünf Jahren soll eine chinesische Raumstation die Erde umkreisen
Chinas Astronauten sicher gelandet

China hat zum zweiten Mal einen bemannten Raumflug gestartet. Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch“ hob am Mittwochmorgen mit zwei Astronauten vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan am Rande der Wüste Gobi ab. Trotz einer Kaltfront in Nordwestchina, die in der Nacht Schneefall gebracht hatte, verlief der Start problemlos.

dpa PEKING. Nach fünf Tagen im All sind die beiden chinesischen Astronauten mit ihrem Raumschiff „Shenzhou VI“ (Magisches Schiff) sicher zur Erde zurückgekehrt. Der zweite bemannte Raumflug in der Geschichte der Volksrepublik endete am Montagmorgen um 4.33 Uhr Ortszeit im Grasland der Inneren Mongolei nordwestlich von Peking.

Die beiden Astronauten Fei Junlong (40) und Nie Haisheng (41) waren zunächst etwas wackelig auf den Beinen, kletterten aber weitgehend ohne Hilfe aus der Kapsel und die Leiter herunter. Überglücklich winkten sie dem Bergungsteam zu, das sie mit einem Blumenstrauß begrüßte.

Beide Astronauten waren in gutem gesundheitlichen Zustand. „Wir fühlen uns gut“, sagte Fei Junlong in der Live-Übertragung des chinesischen Fernsehens. Die Heimkehrer dankten allen, die zum erfolgreichen Abschluss ihres Raumfluges beigetragen haben. Die Männer waren 115 Stunden und 32 Minuten im All - fünf Mal länger als der erste chinesische Astronaut Yang Liwei vor genau zwei Jahren.

Ihre Kapsel war durch den gefährlichen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre an der Seite verkohlt. Es habe während des gesamten Fluges aber „nicht eine beunruhigende Situation gegeben“, berichtete der Verantwortliche des Raumfahrtprogramms, Tang Xianming. Die Landung erfolgte gut drei Stunden früher als ursprünglich erwartet und verlief reibungslos. Bergungsteams fanden die Kapsel aufrecht stehend nur einen Kilometer vom anvisierten Landeplatz in Siziwang Banner nördlich von Hohot.

Nach der Bergung bekamen die Heimkehrer etwas Schokolade und tranken Kräutertee. Nie Haisheng aß noch eine Schale schnell aufgebrühter Fertignudeln. In seiner Heimatstadt in der Provinz Hubei jubelten Fähnchen schwenkende Menschen auf den Straßen und feierten ihn auch mit einem Feuerwerk.

In einer Rede im Kontrollzentrum in Peking sprach Parlamentschef Wu Bangguo von einem „Meilenstein“ in Chinas Raumfahrtprogramm. Der Erfolg sei „von großer Bedeutung, um Chinas Prestige in der Welt zu vergrößern und Chinas Fähigkeiten in Wirtschaft, Wissenschaften und in der nationalen Verteidigung sowie die nationale Geschlossenheit zu verbessern.“ Der Erfolg helfe auch, dass sich das Volk enger um die Kommunistische Partei schare und härter für die Zukunft des Landes arbeite, meinte die Nummer Zwei in der Machthierarchie.

Nach den USA und Russland ist China seit 2003 die dritte Nation, die aus eigener Kraft Astronauten ins All bringen kann. Nach offiziellen Angaben hat das Raumschiff „Shenzhou VI“ - eine größere Weiterentwicklung des russischen Sojus-Konzepts - 900 Mill. Yuan (90 Mill. Euro) gekostet. Anders als beim ersten, eintägigen bemannten Raumflug 2003, bei dem Astronaut Yang Liwei seinen Sitz nicht verlassen hatte, haben sich die beiden Astronauten diesmal zwischen Kapsel sowie Wohn- und Arbeitsbereich hin- und herbewegt.

Im Mittelpunkt des Fluges standen Tests der technischen und lebenserhaltenden Systeme des Raumschiffes. Die Arbeitsstation, die ein eigenes Kontrollsystem hat, umkreist weiter die Erde. Entgegen Berichten, dass 2006 ein Andockmanöver geplant sein könnte, berichtete Tang Xianming, damit sei erst zwischen 2009 und 2012 zu rechnen. Er kündigte aber den ersten Weltraumspaziergang chinesischer Astronauten für 2007 an.

Der im Westen beliebte Begriff „Taikonaut“ für die chinesischen Astronauten wird in China selbst nicht benutzt. Dort wird nur vom „Hangtianyuan“ oder „Yuhangyuan“ gesprochen, womit jemand beschrieben wird, der am Himmel oder im Weltraum fliegt. Die Bezeichnung „Taikonaut“ geht auf das Wort „Taikong“ für Weltraum zurück und wird von der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua in ihrem englischen Dienst benutzt.

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