Bericht der Bund-Länder-Kommission
Forschung fördert Frauen zu wenig

Der Aufstieg der Frauen in der Wissenschaft kommt zu langsam voran. Während sie bei den Promotionen mittlerweile fast 40 Prozent stellen, sind von den Professoren noch immer nur 13 Prozent weiblich. Auch unter den neu Berufenen ist nur ein Fünftel Frauen.

BERLIN. „Das Potenzial an qualifizierten Frauen wird weiter nicht ausreichend ausgeschöpft“, fasst der jüngste Bericht der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung zu Frauen in Führungspositionen in der Wissenschaft die Misere zusammen. Mit der Vernachlässigung der Frauenförderung lässt die deutsche Wissenschaft „40 Prozent unseres intellektuellen Potenzials vor der Tür“, hatte unlängst der scheidende Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Ernst-Ludwig Winnacker, gewarnt. Um weibliche Spitzenkräfte im Wettbewerb mit anderen Forschungsnationen zu puschen, fordert er sogar verbindliche Frauenquoten in der Wissenschaft. Ansonsten werde diese „international dramatisch an Sichtbarkeit verlieren“.

In den meisten Konkurrenznationen sind rund ein Drittel der Professoren weiblich. Bei den höchstrangigen C4-Professoren sind nach einem Vergleich in der Europäischen Union insgesamt gut 15 Prozent weiblich – in Deutschland nur neun Prozent. Frankreich, Italien, Großbritannien und die Schweiz melden rund 16, Finnland sogar 21 Prozent.

Grund für den deutschen Rückstand sei eindeutig die mangelnde Kinderbetreuung, sagt die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel – allgemein, aber auch an den Hochschulen selbst. Als Präsidentin der Universität Saarbrücken „habe ich selbst erlebt, wie die Kinderbetreuung wenige Kilometer entfernt in Frankreich selbstverständlich war“, sagte Wintermantel dem Handelsblatt.

In Deutschland sei es jedoch noch immer so, „dass sich Forscherinnen nach der Promotion – in einer Phase großer beruflicher Unsicherheit, in der sie sehr viel Lebenszeit in die Karriere investieren müssen – gleichzeitig entscheiden müssen, ob sie Kinder wollen“. Und weil das mit einer Forscherkarriere so schwer zu vereinbaren sei, gehe es so langsam voran.

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