Forschung + Innovation
Bessere Therapie für Bauchspeicheldrüsen-Krebs

Das Berliner Universitätsklinikum Charité macht Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ein wenig Hoffnung: Wenn der Tumor operabel sei, könne eine anschließende Chemotherapie mit dem Zellgift Gemcitabin das Leben verlängern, teilte die Charité am Mittwoch mit.

dpa BERLIN. Das Berliner Universitätsklinikum Charité macht Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ein wenig Hoffnung: Wenn der Tumor operabel sei, könne eine anschließende Chemotherapie mit dem Zellgift Gemcitabin das Leben verlängern, teilte die Charité am Mittwoch mit.

Grundlage ist eine fünfjährige Krebs-Studie, an der 356 Patienten in Deutschland und Österreich teilnahmen. Mit der Chemotherapie lebten rund 25 Prozent der beobachteten Patienten nach einer Operation fünf Jahre und mehr - ohne das Zellgiftes waren es lediglich 14 Prozent.

„Gemcitabin hat geringere Nebenwirkungen als andere vergleichbare Chemotherapeutika“, erläuterte Boris Fröhlich von der Universitätsklinik Heidelberg auf Anfrage. Er verwies jedoch auf eine europaweite Studie (Espac) nach der Patienten, die nach einer Operation das Chemotherapeutikum 5-Fluorouracil erhielten, ebenfalls deutlich davon profitierten.

Die Charité-Ärzte gehen davon aus, dass sich in Europa die Chemotherapie mit Gemcitabin innerhalb eines Jahres als Standardtherapie durchsetzen wird. Nach Angaben des Charité- Mediziners Peter Neuhaus werden bislang die Operation bei Bauchspeicheldrüsenkrebs bevorzugt. Eine Chemotherapie werde nur bei fortgeschrittenen und inoperablen Tumoren eingesetzt.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist vergleichweise selten, aber besonders tückisch: Von 100 Patienten mit dieser Diagnose leben heute laut Charité nur fünf länger als fünf Jahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bisher auch nach einer Operation nur 18 Monate.

Die sechsmonatige Chemotherapie mit Gemcitabin hält Charité- Krebsspezialist Hanno Riess für eine „Revolution“. Laut Studie trat mit dieser Therapie - nach einer Operation - ein neuer Tumor erst nach 14,2 Monaten auf. Ohne das Zellgift, das über die Venen in den Körper gelangt, blieben die Kranken hingegen nur 7,5 Monate ohne Rückfall. Das Gift greift in den Zellstoffwechsel ein lässt Krebszellen absterben.

Patienten mit einem nicht operablen Pankreas-Krebs könnten ebenfalls ein wenig von der Chemotherapie profitieren, ergänzte Riess Sie verlängere das Leben um rund drei Monate. Die Kranken könnten auch besser essen und hätten weniger Schmerzen.

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