Bewegungsaufzeichnung in Echtzeit: Sensoren verhelfen Wintersportlern zu Höchstleistungen

Bewegungsaufzeichnung in Echtzeit
Sensoren verhelfen Wintersportlern zu Höchstleistungen

Elektronik revolutioniert künftig das Skitraining. Sensoren in Kleidung und Skiern des Sportlers speichern jede Bewegung, in Echtzeit erkennen Fahrer und Trainer jeden Fahrfehler.

HB DÜSSELDORF. Nach einer Studie, die am Dienstag der Bundesverband der IT- und Kommunikationsbranche (Bitkom) in Berlin vorgestellt hat, könnte die Bewegungsaufzeichnung in Echtzeit schon in einigen Jahren auf dem Markt sein. Schon heute sind Sportjacken und Trainingsgeräte technisch aufgerüstet. Mit einem Bluetooth-Handschuh können Wintersportler drahtlos telefonieren und eine neue Sportuhr erfasst auch im Alltag jede Bewegung. Auf der Wintersportmesse Ispo wird Sensorhersteller Bosch Sensortec sogar ein T-Shirt mit integrierten Sensoren vorstellen, die Bewegungsprofile aufnehmen können.

Die Systeme der Zukunft sollen aber nicht nur die Bewegungen des Körpers bei verschiedenen Sportarten erfassen, sondern beispielsweise auch die Stellung der Skier und diese mit Ideallinien vergleichen. Zudem werden sie Hangneigung, Wetterlage und Hindernisse erkennen. Die Skibrille wird zum Display, der Fahrer kann hier alle wichtigen Daten ablesen. Gleichzeitig erhält er Tipps zur Körperhaltung und Skiführung. Die Idee erinnert an Head-Up-Displays in Autos, die Informationen an die Windschutzscheibe projizieren.

Die Sensorsysteme für die zukünftigen Sportprodukte sind zum Teil schon auf dem Markt, an der Datenübertragung müssen die Forscher noch feilen. Zwar gibt es schon heute ein gut ausgebautes Funknetz und dieses wird stetig durch lokale Netze erweitert. In den Skigebieten müssten die Strukturen für die Übertragung jedoch noch ausgebaut werden.

Der Sportler selbst – egal ob er Ski läuft oder joggt – erhält seine Daten künftig über eine neue drahtlose Übertragungstechnik, das Body Area Network, auf Handy oder den Taschencomputer. Heute ist Bluetooth der Standard, in einigen Jahren könnte ihn die magnetische Induktion ergänzen. Magnetfelder am Körper übertragen dann die Daten mit bis zu 200 Kilobit je Sekunde.

Die Studie will aufzeigen, was technisch möglich wäre, sagt Ralph Hintemann vom Bitkom. Um die Ideen zu realisieren, müssten die Hersteller von IT-Systemen und Sportartikeln enger zusammen arbeiten. Wie das geht zeigen Nike und Apple. Sie haben einen Sensor entwickelt, der im Schuh die Laufdaten an den iPod sendet. Große Chancen für die Bewegungsaufzeichnung in Echtzeit sieht auch Jörg Schiffer, Marketingleiter beim Bosch Sensortec. Dafür werde es einen „Riesen-Markt“ geben, da die Technik nicht nur für Profisportler interessant sei, sondern auch viele Freizeitsportler anspreche.

Stefan Lörke, Produktmanager beim Sportbekleidungshersteller Schöffel, dagegen ist skeptisch. Er bezweifelt, dass die neue Technik die Freizeitsportler tatsächlich begeistern wird, denn welcher Freizeitsportler wolle schon ständig an seine Fehler erinnert werden.

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