Bienensterben
Handystrahlung stresst Honigsammler

Spielen die Funkemissionen von Handys eine aktive Rolle beim globalen Bienensterben? Davon ist Wissenschaftler Daniel Favre überzeugt. Er beobachtete bei Bienenvölkern Stresssignale, wenn in ihrer Nähe Handys genutzt werden.
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BerlinDaniel Favre ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Swiss Federal Institute of Technology (EPFL) in Lausanne und arbeitet im Laboratory of Cellular Biotechnology (LBTC). Er hat im Rahmen einer Studie die Theorie aufgestellt, dass Handys einen negativen Einfluss auf Honigbienenvölker haben.

In einem Versuch wurden auf Bienenstöcken zwei Handys zunächst im Standbymodus betrieben und dann eine Verbindung zwischen beiden aufgebaut. Die beiden Geräte hatten in Summe eine spezifische Energieabsorptionsrate unterhalb der offiziellen internationalen Maximalwerte (2 Watt pro Kilo Gewebe).

Die Geräusche der Bienen wurden zunächst ohne Handys aufgezeichnet, um einen Referenzwert zu erhalten. Um Fehler durch natürliche Einflüsse auszuschließen, wurde zu verschiedenen Jahreszeiten gemessen.

Im Standbybetrieb gab es keine Veränderungen. Bei aktiv kommunizierenden Handys erhöhte sich nach 25 bis 40 Minuten die Tonfrequenz dagegen stark. Wurden die Handys ausgeschaltet, beruhigten sich die Bienen nach wenigen Minuten.

Favre schließt daraus, dass die Arbeiterbienen empfänglich für die Funkwellen sind und sich durch die aktiven Mobiltelefone gestört fühlen. Als Reaktion erzeugen sie stark erhöhte Summtöne, die nach Angaben des Forschers normalerweise für die Schwarmvorbereitung genutzt werden oder eine Reaktion auf Störungen im Volk sind. Sollten die Bienen zu einer ungünstigen Zeit ausschwärmen, in der zum Beispiel noch keine neue Königin herangewachsen ist, kann das Volk zugrunde gehen.

Einen Beleg, dass der Mobilfunk einen konkreten Einfluss auf den Schwund von Bienenvölkern hat, blieb Favre allerdings schuldig. Sein Aufsatz wurde im Bienenmagazin Apidologie unter dem Titel "Mobile phone-induced honeybee worker piping" veröffentlicht.

Weltweit suchen Wissenschaftler nach Erklärungen für den massiven Verlust an Bienenvölkern, der in den vergangenen Jahren zu beobachten war. Die Langzeitstudie „Deutsches Bienen-Monitoring“ der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung geht davon aus, dass eine Milbenart zumindest in Deutschland der Grund für den Verlust vieler Bienenvölker im Winter ist. Doch auch diese Studie ist umstritten. Pflanzenschutzmittel und andere Umweltgifte gelten ebenfalls als mögliche Ursachen des Bienensterbens.   

Kommentare zu " Bienensterben: Handystrahlung stresst Honigsammler"

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  • "Elektromagnetische, gepulste Wellen von Sendemasten und Handys beeinflussen und deformieren den Zellkern."

    Prof. Dr. Heyo Eckel
    Facharzt für Radiologie, ehem. Vorsitzender des Ausschusses "Gesundheit und Umwelt" der Bundesärztekammer, Ehrenpräsident der Ärztekammer Niedersachsen

    Quelle: "Der Zellkern verändert sich", Schwäbische Post, 07.12.2006


    Studie zu Mobilfunksendern und Krebs:

    Dode AC, et al, Mortality by neoplasia and cellular telephone base
    stations in the Belo Horizonte municipality,
    Minas Gerais state, Brazil, Sci Total Environ (2011),
    doi:10.1016/j.scitotenv.2011.05.051

    Volltext: http://www.emrsa.co.za/documents/brazilresearch.pdf

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21741680

    Mehr zum Thema Mobilfunk und Gesundheit - Mensch, Tier, Pflanzen - Handy, Mobilfunksender, GSM, UMTS, LTE, TETRA, DECT, WLAN

    http://www.mobilfunkstudien.de

    http://www.facebook.com/Mobilfunk.und.Gesundheit

  • So einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen:

    "Favre schließt daraus, dass die Arbeiterbienen empfänglich für die Funkwellen sind und sich durch die aktiven Mobiltelefone gestört fühlen."
    Er schließt es also aus.

    "Bei aktiv kommunizierenden Handys erhöhte sich nach 25 bis 40 Minuten die Tonfrequenz dagegen stark.

    Und: nach 25-40 Minuten? Wer telefoniert so lange neben einem Bienenstock?

    Was soll der Bericht bitte?
    Eine Schlagzeile widerlegen?

  • Kontroverse Diskussion zu dieser "Bienenstudie" inklusive Link zum Volltext der Arbeit hier:

    http://www.izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=45683

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