Bilderbuchlandung des Shuttles
Happyend für heikle "Discovery"-Mission

Die US-Raumfähre "Discovery" legte am Dienstag nach einer 14-tägigen Zitter-Mission eine regelrechte Bilderbuchlandung hin. Die Erleichterung in aller Welt ist groß. Doch es gibt besonders für die Nasa auch Wermutstropfen.

HB WASHINGTON/HOUSTON. Um 14.08 Uhr MESZ am Dienstag atmeten Millionen Menschen in aller Welt vor den Fernsehbildschirmen auf. Ein Überschnallknall war zu hören - jener Ton, auf den die Nasa am 1. Februar 2003 vergeblich gewartet hatte und der nun das glückliche Ende einer neuen Shuttle-Mission signalisierte. Und dann war sie auch erstmals zu sehen, die heimkehrende „Discovery“, ein einzelner kleiner Lichtpunkt am dunklen Himmel über der kalifornischen Mojave- Wüste, immer größer werdend - nicht zwei Punkte wie damals vor zweieinhalb Jahren, als die „Columbia“ über Texas auseinander brach.

Dutzendfach hatte die Welt vor der Tragödie Shuttle-Landungen erlebt, ihren reibungslosen Verlauf als selbstverständlich hingenommen. Nicht an diesem Dienstag: Freudentränen, Jubel, aber auch stilles Gedenken an die sieben toten „Columbia“-Astronauten begleiteten die Heimkehr der „Discovery“.

Es war das Bilderbuchende einer Problemreise. Wiederholt hatten Nasa-Vertretern während der 14-tägigen Mission tiefe Sorgenfalten auf der Stirn gestanden. Wieder war - wie damals bei der „Columbia“ - Isolierschaumstoff beim Start vom Außentank abgebrochen, dann zwang ein Fugenproblem am Hitzeschild zu einer bisher einmaligen und riskanten Notfallreparatur im All. Um ein Haar wäre sogar noch ein weiterer Ausstieg zu Instandsetzungsarbeiten nötig geworden - da war es am Ende nur ein kleiner Schönheitsfehler, dass die Landung wegen schlechten Wetters in Florida um einen Tag verschoben und dann auch noch ins ferne Kalifornien verlegt werden musste.

Aber das alles schien zumindest zunächst vergessen, als die „Discovery“ auf der Landebahn 22 aufsetzte und Astronaut Ken Ham im Johnson-Space-Center in Houston verkündete: „Die Discovery ist zu Hause...Willkommen daheim, Freunde.“ Allerdings konnten die Familienangehörigen die Heimkehrer am Dienstag noch nicht in ihre Arme schließen, die Schampuskorken blieben noch stecken. Ehemänner, Ehefrauen und Sprösslinge hatten schließlich in Cape Canaveral auf das Eintreffen gewartet und waren wegen der „Umleitung“ nach Kalifornien gezwungen, die Landung via Nasa-Fernsehen zu verfolgen. Am Mittwoch soll es dann ein Wiedersehen geben. „Das ist ein bisschen enttäuschend“, sagte Pat Youngs, der mit der „Discovery“-Kommandantin Eileen Collins verheiratet ist. „Aber was zählt, ist: Sie alle sind gesund zurückgekommen.“

Seite 1:

Happyend für heikle "Discovery"-Mission

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%