Bilderbuchstart der Raumfähre
„Discovery“ ist auf dem Weg zur ISS

Nach mehrmaliger Verzögerung konnte die Raumfähre „Discovery“ am amerikanischen Unabhängigkeitstag dann doch endlich ins All starten. Mit an Bord ist auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter. Er hat eine ganz besondere Aufgabe.

HB CAPE CANAVERAL. Als erster Deutscher ist Reiter auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Die US-Raumfähre „Discovery“ hob am Dienstag um 14.38 Uhr Ortszeit (20.38 Uhr MESZ) bei schönstem Sommerwetter vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Nasa-Direktor Michael Griffin zeigte sich begeistert: „Einen besseren Tag als heute gibt es nicht.“ Der Kapitän der „Discovery“ antwortete, er könne sich keinen besseren Ort vorstellen, um den US-Nationalfeiertag am 4. Juli zu verbringen, als an Bord der Raumfähre.

Auch im europäischen Raumfahrtkontrollzentrum Esoc in Darmstadt fieberten Wissenschaftler dem Start entgegen. Bis zum Abtrennen des großen Treibstofftanks herrschte minutenlang gespannte Stille. „Wir wissen, wie wichtig das alles für die Weltraumaktivitäten ist. Wir sind sehr erleichtert für die gesamte Besatzung“, sagte Esoc-Sprecherin Jocelyne Landeau. Für die Wissenschaft sei die Mission der „Discovery“ von großer Bedeutung, weil sie zum Beispiel Experimente zum Verhalten des Körpers in der Schwerelosigkeit ermögliche, sagte Landeau weiter. Dazu wird auch der Deutsche Reiter beitragen.

Der Flug verläuft nach Angaben des Kontrollzentrums in Houston (Texas) glatt und ohne Probleme. Die „Discovery“ sei in hervorragendem Zustand. Der Direktor des Spaceshuttle-Programms Wayne Hale räumte ein, dass etwa vier Stücke Isolierschaum beim Start der „Discovery“ vom Außentank abgeplatzt seien. Es gebe aber derzeit keinen Grund zur Beunruhigung oder zur Panikmache.

Achteinhalb Minuten nach dem Start schwenkte die „Discovery“ in einen Orbit um die Erde ein. Die Raumfähre wird am Donnerstag um 16.52 Uhr MESZ an der ISS andocken. Die Rückkehr der sechs US- Astronauten ist für den 17. Juli vorgesehen.

Langzeitbesuch von Reiter

Reiter bleibt dagegen als erster Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA zu einem Langzeitbesuch von mindestens sechs Monaten auf der ISS. Der 48-Jährige wird dort als Bordingenieur arbeiten, 25 Experimente - darunter acht deutsche - betreuen und zu einem Außeneinsatz in den Weltraum aussteigen. Reiter hat sich fünf Jahre lang auf den Flug mit der „Discovery“ vorbereitet.

Mit Reiter werden erstmals seit mehr als drei Jahren nach dem tödlichen Unglück der Raumfähre „Columbia“ wieder drei Astronauten auf der Weltraumstation arbeiten.

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