Bildgebende Verfahren werden perfektioniert
Wettlauf um immer bessere Einblicke

Neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Magnetresonanztomografie (MRT) sollen künftig noch besser Einblicke in den Körper ermöglichen und neue Einsatzgebiete erschließen.

Der Vorteil dieses bildgebenden Verfahrens, das ohne Röntgenstrahlung auskommt: Es ermöglicht Diagnosen, ohne dass der Patient auch nur berührt werden muss. Die Apparate nutzen starke Magnetfelder und elektromagnetische Wellen, um Wasserstoffatome im Körper anzuregen. Je nach Gewebe ist die Antwort der Atome unterschiedlich. Die MRT eignet sich daher zur Abbildung verschiedener Organe oder Gewebe – etwa dem Gehirn oder der Darmwand.

Im rund 160 Millionen Euro schweren deutschen MRT-Markt liefern sich die großen Elektronikkonzerne einen ständigen Wettlauf um das leistungsfähigste und patientenfreundlichste System. So hat die Solinger General Electric Healthcare unlängst ihre „Propeller“-Technik (Periodically Overlapping Parallel Lines Enhanced Reconstruction) auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um eine Software, die unerwünschte Effekte durch Bewegungen erkennt und ausmerzt, bevor die Daten zum eigentlichen Bild zusammengesetzt werden. Damit lassen sich insbesondere bewegte Organe scharf abbilden – das Herz oder der Darm. Zudem erleichtert die Software die Untersuchung von Patienten, die nicht wirklich stillhalten können – etwa Kindern oder aufgeregten Personen.

General Electric will der MR-Technik damit den Weg in die Herzmedizin ebnen, wo es wegen der schnellen Herzbewegungen auf eine flinke Datenaufnahme ankommt. Bislang eignen sich vor allem sehr schnelle Computertomografen zur Abbildung der Herzbewegungen – jene Röntgengeräte, die in einem Ring in Bruchteilen von Sekunden um den Patienten rotieren. Das Propeller-System hingegen dreht sich nicht. Es ordnet schlicht die magnetischen Signale der Atome so zu, als stammten sie aus einer Kreisbahn um das Organ. Rechnerisch wird das Organ so aus verschiedenen Richtungen betrachtet, seine Lage korrekt ermittelt und eine scharfe Abbildung erstellt.

Siemens Medical Solutions aus Erlangen hat in ihrem neuen Magnetom Espree sogar das Design der großen Magnete geändert. Ziel war es, das Gerät luftiger auszulegen, so dass in der über 70 Zentimeter breiten Öffnung auch dickere Menschen Platz haben. Die Erlanger verabschieden sich damit von der engen und beklemmenden klassischen Magnetröhre.

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