Bildung
Demografischer Wandel bietet Berufschancen für Hochschulabsolventen

Das Alter und das Altern werden immer mehr zum Studienfach. Hochschulen und Fachhochschulen bieten zunehmend Studiengänge oder Weiterbildungen an, an deren Ende unterschiedliche und teils ganz neue Berufsbilder stehen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab.

dpa HAMBURG. Das Alter und das Altern werden immer mehr zum Studienfach. Hochschulen und Fachhochschulen bieten zunehmend Studiengänge oder Weiterbildungen an, an deren Ende unterschiedliche und teils ganz neue Berufsbilder stehen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab.

„Im Zuge des demografischen Wandels ist das Alter das Forschungsthema der Zukunft“, sagt der Sprecher der Universität Köln, Patrick Honecker.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) sieht einen enormen Fachkräftebedarf. „Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es viele Fragestellungen“, sagt Andreas Schmitz vom KMK-Sekretariat in Bonn. Wieviele Studierende sich aber mit dem Thema beschäftigen, ist kaum festzustellen. Denn an den meisten Hochschulen wird zum Thema Gerontologie überwiegend interdisziplinär gearbeitet - vor allem im medizinischen Bereich wie in Berlin oder Hamburg, aber auch bei Sozialwissenschaftlern und Betriebswirtschaftlern.

Berufsfelder für die Absolventen sind das Pflegemanagement, Lehre und Beratung oder Marketingaufgaben bei der Verbreitung speziell auf Senioren zugeschnittener Produkte. Derzeit wird das Studium meist noch mit einem Diplom abgeschlossen. Doch im Zuge der internationalen Angleichung der Abschlüsse gibt es immer mehr Bachelor- oder Masterstudiengänge wie etwa seit dem Wintersemester an der Fachhochschule Osnabrück.

Das Bundesforschungsministerium fördert Schwerpunktthemen wie etwa Gesundheit im Alter, gesundheitliche Vorbeugung und degenerative Demenzen bis 2010 mit mehr als 30 Mill. Euro. Weitere Gelder fließen in Forschungsprojekte zu Hilfen für Behinderte, die sich teilweise ebenfalls auf Altersthemen beziehen. Auch das Familienministerium steckt viel Geld in entsprechende Projekte.

An der Universität Köln wird die Wissenschaft vom Altern interdisziplinär in den Bereichen Medizin sowie Sozial- und Humanwissenschaften gelehrt und erforscht, sagt Sprecher Honecker. 2008 solle ein Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns seine Arbeit aufnehmen, das mit der Universität kooperiere.

Am Institut für Gerontologie der Hochschule im niedersächsischen Vechta ist das Interesse Studierwilliger inzwischen so groß, dass seit dem laufenden Wintersemester ein Numerus Clausus den Zugang beschränkt, wie Institutsdirektorin Hildegard Theobald berichtet.

An der Fachhochschule in Frankfurt am Main bündelt künftig ein neues Zentrum die Forschung für den demografischen Wandel. Dort arbeiten nach Angaben des geschäftsführenden Direktors Andreas Klocke Architekten, Stadtplaner, Informatiker, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler gemeinsam an Lösungsvorschlägen für Kommunen.

Die Universität Erlangen-Nürnberg bietet schon seit 1986 einen Diplomstudiengang Gerontologie an, der nun wegen der internationalen Angleichung gestufter Studiengänge ausläuft. Künftig wird ein Aufbaustudium mit dem Master-Abschluss angeboten. Gedacht ist er nach Angaben des wissenschaftlichen Mitarbeiters Roland Rupprecht für Psychologen, die sich auf älteren Menschen spezialisieren wollen.

An der Universität Bremen beschäftigen sich vor allem die Studiengänge Pflegewissenschaften, Public Health, Psychologie und Sozialforschung in den Fachbereichen Sozialwissenschaften und Human- und Gesundheitswissenschaften mit dem Thema. Ausgebildet wird vor allem für den Bereich des Pflegemanagements, wie Uni-Sprecher Eberhard Scholz erklärt.

An der Universität-Dortmund wurde vor knapp zehn Jahren ein Lehrstuhl für „Soziale Gerontologie“ im Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften geschaffen. „Unsere Absolventen sollen in der Lage sein, Projekte im Bereich der Pflege eigenständig durchzuführen oder bei ihnen leitend tätig zu sein“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Manuela Weidekampf-Maicher.

An der Fachhochschule Lausitz im brandenburgischen Cottbus bilden sich seit dem Sommersemester im Fachbereich Sozialwesen sechs Studenten überwiegend per Fernstudium in der Gerontologie weiter, berichtet Koordinatorin Petra Schmidt-Wiborg. Sie sind unter anderem Sozialpädagogen, Verwaltungsmitarbeiter und Ökonomen.

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