Bildung
EU will lebenslanges Lernen fördern

Die Europäische Union will in den nächsten sieben Jahren mit doppelt so viel Geld wie bisher das lebenslange Lernen von Schülern, Studenten und Berufstätigen anregen.

dpa BERLIN. Die Europäische Union will in den nächsten sieben Jahren mit doppelt so viel Geld wie bisher das lebenslange Lernen von Schülern, Studenten und Berufstätigen anregen.

Die EU-Ratsvorsitzende und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) gab am Montag in Berlin den Startschuss für ein Bildungsprogramm, das bis zum Jahr 2013 mit sieben Mrd. Euro ausgestattet ist. Zwischen 2000 und 2006 waren es 3,5 Mrd. Euro. Schüler, Auszubildende, Studenten und Erwachsene sollen mit Zuschüssen und Projekten ermuntert werden, bei Auslandsaufenthalten in Europa ihr Wissen zu erweitern.

„Allein in Deutschland stehen jährlich rund 100 Mill. Euro zur Verfügung“, sagte Schavan auf einer EU-Konferenz mit rund 700 Bildungsexperten. EU-Bildungskommissar Jan Figel sagte, die Ausgaben für lebenslange Bildung seien kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Jürgen Zöllner, erwartet für die Praxis einen deutlichen Schub. Europas Stärke sei die kulturelle Vielfalt. Daraus müsse ein Mehrwert für die Bildung erzielt werden, sagte der Berliner Bildungssenator und SPD- Politiker.

Ein Schwerpunkt des Programms ist das Angebot an jährlich bis zu 80 000 Lehrlinge und Berufsanfänger aus ganz Europa, sich außerhalb ihres Heimatlandes auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Absolviert zum Beispiel ein deutscher Lehrling ein Praktikum bei einer Firma in Dänemark oder Frankreich, bekommt sein Ausbildungsbetrieb für die Ausfallzeit eine Pauschale von 5 000 Euro.

Auch Studenten sollen stärker gefördert werden. Die Zahl derer, die mit einem Erasmus-Stipendium zeitweise an einer anderen europäischen Universität studieren, soll von heute 1,5 Mill. auf drei Mill. im Jahr 2012 angehoben werden. Jährlich nehmen 25 000 deutsche Studenten am Erasmus-Programm teil.

Das „Gemeinschaftsprogramm der EU für Bildung und Mobilität“ umfasst die vier Einzelprogramme für schulische Bildung (Comenius), Hochschulbildung (Erasmus), berufliche Bildung (Leonardo da Vinci) und Erwachsenenbildung (Grundtvig). Daran beteiligen sich neben den EU-Mitgliedern auch Norwegen, Island, Liechtenstein und die Türkei. Möglicherweise kommen in Zukunft die Schweiz, Albanien, Bosnien- Herzegowina, Moldawien, Montenegro und Serbien hinzu.

1999 hatten sich die Bildungsminister aus 29 europäischen Staaten darauf verständigt, bis zum Jahr 2010 einen gemeinsamen Hochschulraum zu schaffen. Dazu gehören ein zweistufiges System von Studienabschlüssen, vergleichbare Abschlüsse und ein einheitliches Punktesystem zur Leistungsbewertung.

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