Biogas als alternative Energie aus Kuhmist und Kartoffelschale
Kuhmist als Energiemotor

Für einige Landwirte bedeutet Dung vor allem eins: eine günstige Energiequelle. Denn Mist verströmt nicht nur üble Gerüche, sondern auch Biogas. Und mit einer entsprechenden Anlage lassen sich daraus Strom und Wärme erzeugen. Der Dung von vier Kühen versorgt einen Haushalt mit elektrischer Energie. Europaweit gehören Dänemark und Deutschland bei der Nutzung von Biogas zu den führenden Ländern. Allerdings ist die bundesweite Zahl der Biogasanlagen mit rund 2000 noch überschaubar.

HAMBURG. In manchen anderen Ländern wie etwa in Indien ist ein Biogasbehälter vorm Haus in vielen ländlichen Regionen inzwischen gang und gäbe. Diese Haushalte sind noch nicht ans Stromnetz angeschlossen und gewinnen auf diese Weise Energie zum Kochen, für Licht und Wärme. „Diese Anlagen sind in der Regel sehr einfach“, erläutert der Geschäftsführer des Fachverbands Biogas, Claudius da Costa Gomez. „Das ist oft ein Loch im Boden mit einem Deckel drauf.“ Betrieben werden die kleinen Anlagen vor allem mit Kuhdung. Nach Zahlen der indischen Regierung, die Anfang der 80er Jahre ein Biogas- Programm gestartet hatte, waren bis zum März 2003 rund 3,5 Millionen Biogasanlagen für Haushalte installiert.

Wie viele deutsche Haushalte inzwischen Strom aus Biogas nutzen, lässt sich nach Angaben des Fachverbands nicht genau sagen. Würden alle Anlagen jährlich rund 7500 Stunden lang laufen, also 85 Prozent des Jahres, dann könnten Schätzungen zufolge mehr als 2,1 Milliarden Kilowattstunden erzeugt werden. Bei optimaler Ausnutzung könnten also rund 610 000 Familien mit Strom versorgt werden. „Plastisch ausgedrückt kann man auch sagen, der Dung von vier Kühen versorgt einen Haushalt mit elektrischer Energie“, sagt da Costa Gomez. Größere Biogaskraftwerke mit mehreren Megawatt Leistung stehen seinen Angaben nach unter anderem in Wietzendorf in Niedersachsen und Fürstenwalde in Brandenburg.

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