Forschung + Innovation
Biologe entdeckt Zwergseekuh: möglicherweise neue Säugetierart

Der niederländische Biologe Marc van Roosmalen hat in Brasilien eine Zwergseekuh gefunden und damit möglicherweise eine neue Säugetierart entdeckt. Äußerlich unterscheide sich das Tier gravierend von den bekannten Artgenossen am Amazonas.

dpa HAMBURG. Der niederländische Biologe Marc van Roosmalen hat in Brasilien eine Zwergseekuh gefunden und damit möglicherweise eine neue Säugetierart entdeckt. Äußerlich unterscheide sich das Tier gravierend von den bekannten Artgenossen am Amazonas.

Das berichtet der Biologe Lothar Frenz in der Juni-Ausgabe des Hamburger Magazins „Geo“. Er hatte mit van Roosmalen gemeinsam Expeditionen unternommen. Die Zwergseekuh ist mit 1,30 Meter Länge und einem Gewicht von 60 Kilo etwa halb so groß, wie die ebenfalls dort lebenden Seekühe namens Fluss-Manati.

Im Gegensatz zu diesen südamerikanischen Verwandten ist ihre Hautfarbe nicht Hell- sondern Dunkelgrau bis Schwarz. Auch der Lebensraum der Zwergseekühe an einem abgeschiedenen, sehr kleinen Nebenfluss des Rio Aripuanã spräche für eine neue Art, erklärte Frenz. „Eine solche Entdeckung von an Land lebenden Großtieren ist sehr selten.“ Bisher gehören zu der Gattung der so genannten Rundschwanzseekühe (Trichechidae) nur drei Arten: die Nagel-Manati, die Afrikanischen Manati und die Fluss-Manati.

„Bei ersten molekular-genetischen Tests zeigte sich, dass die Zwergseekuh eine nahe Verwandte der Fluss-Manati ist“, erklärte Autor Frenz. Erst weitere Gentests könnten zeigen, ob es sich bei den Tieren um eine neue Art, Unterart oder Zwergform der bereits bekannten Seekühe handelt. Allerdings müsse van Roosmalen dazu erstmal ein weiteres Tier fangen. Nach der Untersuchung habe er das Exemplar wieder in den Urwald entlassen.

Van Roosmalen und Frenz hatten erst im vergangenen Sommer von einer neuen Nabelschweinart in Brasilien berichtet, dem Riesenpekari.

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