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Biologe: Flohkrebsart wandert aus Osteuropa bis in den Rhein

Eine Flohkrebsart aus Osteuropa ist über Wasserwege bis in den Rhein nach Koblenz gelangt. Das Tier sei eigentlich im Mündungsgebiet der Donau am Schwarzen Meer zu Hause, sagte der Koblenzer Gewässerbiologe Stefan Nehring in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

dpa KOBLENZ. Eine Flohkrebsart aus Osteuropa ist über Wasserwege bis in den Rhein nach Koblenz gelangt. Das Tier sei eigentlich im Mündungsgebiet der Donau am Schwarzen Meer zu Hause, sagte der Koblenzer Gewässerbiologe Stefan Nehring in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Über den Main-Donau-Kanal konnte die Art sich jedoch bis in den Rhein ausbreiten. „Es ist davon auszugehen, dass der Flohkrebs innerhalb der nächsten Jahre alle großen Flüsse in Deutschland besiedeln wird“, sagte Nehring.

Seit der Eröffnung des Main-Donau-Kanals 1992 seien bisher mindestens 15 Exoten in den Rhein gelangt. „Im Rhein besteht die Artengemeinschaft heute schon zu etwa 20 Prozent aus gebietsfremden Arten“, sagte der Biologe. Um die Wanderungen von Krebsen zu verhindern, könnten beispielsweise kurze Abschnitte des Kanals mit Salzwasser gefüllt werden. In Deutschland sei allerdings noch kein Fall bekannt, bei dem eine heimische Art wegen eines Exoten ausgestorben sei.

Der Flohkrebs hat nach Angaben des Koblenzer Umweltgutachters noch keinen deutschen Namen. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Obesogammarus obesus. Das Tier hat eine gräulich-silberne Farbe und wird über einen Zentimeter lang. „Die Beine und Antennen sind mit Borsten besetzt“, sagte Nehring, der den Namen Borstenflohkrebs vorschlug. Nehring fand den „Einwanderer“ nach eigenen Angaben vor einem Jahr in der Rheinlache. Im Frühjahr entdeckte er das Tier erneut und schloss daraus, dass der Flohkrebs im Rhein etabliert ist. „1995 wurde diese Art erstmals in der deutschen Donau gefunden“, erklärte Nehring.

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