Biologie: Eisige Brücke für den Falklandwolf

BiologieEisige Brücke für den Falklandwolf

Charles Darwin begegnete dem Falklandwolf noch persönlich, wenige Jahre, bevor Jäger die Art endgültig ausrotteten. Jetzt  glauben Forscher das Rätsel gelöst zu haben, wie die Raubtiere auf die Inseln kamen.
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HeidelbergSchon Charles Darwin fragte sich, wie das einzige Landsäugetier der Falkland-Inseln, der Falklandwolf oder Falklandfuchs (Dusicyon australis), einst die Distanz von etwa 460 Kilometer vom argentinischen Festland überwinden konnte. Neue genetische Analysen lassen nun den Schluss zu, dass die Erstbesiedler erst im Maximum der letzten Eiszeit den Sprung auf die Inseln machten, als auf Grund des deutlich niedrigeren Meeresspiegels weite Flächen des Kontinentalschelfs trocken lagen.

Lange wurde diskutiert, ob die ersten Falklandwölfe als halbdomestizierte Wildhunde mit Menschen die Inseln erreicht hatten oder unfreiwillig mit Treibgut oder auf Eisschollen dorthin verdriftet wurden. Im Jahr 2009 erbrachte eine Verwandtschaftsanalyse jedoch, der nächste lebende Verwandte sei der südamerikanische Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus), von dem sich der Falklandwolf bereits vor etwa sieben Millionen Jahren abgespaltet habe.

Anhand von fünf Museumsexemplaren berechneten die Forscher damals außerdem, der letzte gemeinsame Vorfahre habe vor etwa 330 000 Jahren gelebt – und dies entspreche der Ankunft der ersten Tiere auf den Inseln. Dem widerspricht nun ein Forscherteam um Alan Cooper von der University of Adelaide.

Die Wissenschaftler untersuchten gleichfalls die Verwandtschaftsverhältnisse und bezogen dafür den vor etwa 3000 Jahren ausgestorbenen Dusicyon avus mit ein. Er entpuppte sich als engster Verwandter des Falklandwolfes, mit einer Aufspaltung der beiden Abstammungslinien vor erst 16.000 Jahren.

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