Biologie
Piranhas bellen ihre Gegner an

Im Kampf mit Artgenossen setzen Piranhas nicht nur auf ihr eindrucksvolles Gebiss. Die Gegner werden auch mit einer Reihe von Geräuschen angegangen.
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LüttichRote Piranhas können bellen, quaken und trommelähnliche Geräusche von sich geben – und damit ihren Artgenossen spezielle Botschaften mitteilen. Diese Fischart habe somit ein größeres akustisches Repertoire als bislang angenommen, berichten Sandie Millot, Pierre Vandewalle und Eric Parmentier von der Universität Lüttich im „Journal of Experimental Biology“.

Dass die Roten Piranhas (Pygocentrus nattereri) Geräusche produzieren, war bereits seit längerer Zeit bekannt. Unklar war dagegen, wann und warum die Fische Töne von sich geben.

Um dies herauszufinden, hängten die Forscher einen Unterwasserschallempfänger in ein Becken, in dem mehrere kleine Gruppen von Piranhas schwammen. Aus der Analyse des Film- und Audiomaterials ergab sich, dass die Piranhas in drei speziellen Situationen drei verschiedene Laute produzierten.

Bei Konfrontation mit einem anderen Piranha gaben sie eine Art Bellen von sich, um den Gegner zu vertreiben. Wenn sie um Futter kämpften oder einen Gegner einkreisten, produzierten sie ein kurzes, trommelndes Geräusch. Und wenn ein Piranha nach einem anderen Artgenossen schnappte, erzeugte er einen weicheren, quakenden Laut mit den Kiefern.

Die Forscher untersuchten außerdem, wie die Fische die Bell- und Trommelgeräusche produzierten. Sie stimulierten den an der Schwimmblase befestigten Muskel, den Piranhas zur Geräuschproduktion einsetzen. Anschließend maßen sie die Vibration der Schwimmblase.

Ergebnis: Die Blase hörte mit dem Vibrieren auf, sobald der Muskel sich nicht mehr zusammenzog. Die Muskelkontraktionsrate bestimmt somit direkt die Frequenz der Bell- und Trommelgeräusche der Piranhas.

Während damit die aggressiven Laute der Piranhas erforscht sind, bleiben die Geräusche von balzenden Piranhas noch unklar. Diese lassen sich nämlich nur schwer aufnehmen, da sich die Raubfische in Gefangenschaft nur selten fortpflanzen. Um die Laute zu analysieren, müssten sie mit Hilfe von Unterwasserschallempfängern im Amazonas aufgezeichnet werden, so die Forscher.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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