Biologie
Wurm wehrt sich mit Farbbomben

Der Schwimmer mit der grünen Bombe: Eine neu entdeckte Wurmfamilie wehrt sich auf ihre eigene Art gegen Bedrohung. Die Tiere werfen bei Gefahr Leuchtbomben ab – in der Dunkelheit der Tiefsee eine effektive Abwehrstrategie.
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HB WASHINGTON. Einer ungewöhnlichen Abwehrstrategie sind Wissenschaftler in der Tiefsee vor der amerikanischen Westküste auf die Spur gekommen. Sie entdeckten mehrere bislang unbekannte Wurmarten, die bei Gefahr grüne Leuchtbomben abwerfen.

Einige der insgesamt sieben neuen Arten halten bis zu acht winzige Blasen bereit, die sich bei Gefahr ablösen und hellgrün aufleuchten. Damit verwirren die frei schwimmenden Tiere offenbar ihre Angreifer, berichten die um Karen Osborn von der Scripps Institution in La Jolla (US-Staat Kalifornien) im Fachjournal „Science“.

Entdeckt wurden die neuen Arten bei Tauchfahrten eines unbemannten Tauchboots in Tiefen zwischen 1863 und 3793 Metern Tiefe. Nach Einschätzung der Forscher sind alle sieben Arten eng miteinander verwandt, obwohl erst eine Wurmart genauer untersucht wurde. Osborn und ihre Kollegen gaben diesem Exemplar den wissenschaftlichen Namen Swima bombiviridis („Schwimmer mit grünen Bomben“).

An seinem Vorderende finden sich bis zu acht kleine Blasen, die das Tier bei einer Störung abwerfen kann. Durch eine chemische Reaktion leuchten diese für einige Sekunden intensiv grün auf und verblassen dann langsam wieder.

Die Leuchtbomben sind sehr einfach gebaut und bestehen nur aus einer Blase mit zwei Kammern, in denen vermutlich die Stoffe gespeichert werden, die bei ihrer Reaktion das Leuchten bewirken, und zwei Gefäßen mit Körperflüssigkeit an den Polen. Sie könnten sich aus Kiemenanhängen verwandter Arten gebildet haben, vermuten die Forscher. Der Fund solch einer ganz neuen Gattung mit bisher unbekannten anatomischen Eigenheiten zeige, wie wenig wir bisher von der Tiefsee wissen, so die Wissenschaftler.

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