Biometrie
Fingerabdruck erhöht die Sicherheit

Wer darf bei meiner Bank eigentlich auf mein Konto zugreifen? Wie viele Menschen haben Einblick in meine Krankenakte beim Arzt? Und welche Mitarbeiter meines Telefonanbieters können Verbindungsdaten einsehen? Wie persönliche Informationen und kritische Bereiche in Gebäuden vor unerlaubtem Zugriff geschützt werden können, zeigt der Technologiekonzern Siemens in Graz.

GRAZ. Nicht erst seit dem jüngsten Spitzelskandal der Telekom fragen sich viele, wie sicher ihre persönlichen Informationen sind. Dabei müssten die Menschen im Grunde genommen keine Angst haben, denn der Zugang zu sensiblen Daten lässt sich mit Hilfe moderner Biometrie-Verfahren einfach und sicher regeln. Sie müssen nur eingesetzt werden.

Wie persönliche Informationen und kritische Bereiche in Gebäuden vor unerlaubtem Zugriff geschützt werden können, zeigt der Technologiekonzern Siemens in Graz. In einem Industriegebiet am Rande der steirischen Landeshauptstadt hat das Unternehmen sein Biometrie-Zentrum angesiedelt. In einem gesichtslosen Bürokomplex aus den 70er Jahren tüfteln Experten, wie sich Menschen Anhand von Körpermerkmalen identifizieren können.

Ihre Produkte passen in ein abgedunkeltes, bescheidenes Besprechungszimmer. Auf der einen Seite des Raumes steht ein Computer, daran angeschlossen sind zwei Apparate: eine PC-Maus mit eingebautem Fingerabdruck-Sensor und ein Gerät, das die Muster der Handvenen liest. Die beiden Utensilien haben nur einen Zweck: Den Benutzer des Computers eindeutig zu identifizieren.

Allerdings lassen sich Maus und Handvenen-Leser nicht nur für die Anmeldung am Rechner nutzen. Sie können auch am Geldautomat, beim Einchecken am Flughafen oder an Stelle eines Schlüssels verwendet werden. Die Vorteile solcher biometrischer Identifikationsverfahren liegen auf der Hand: Die Nutzer brauchen kein Passwort und Betrug ist nahezu ausgeschlossen – das Venenmuster unter der Haut eines Menschen ist einzigartig und lässt sich nicht fälschen. Dazu kommt: Während bei Passwörtern, Pin-Codes oder Chipkarten nie klar ist, ob sie der rechtmäßige Besitzer benutzt, ist Betrug in der Biometrie so gut wie ausgeschlossen. „Letztlich geht es um Authentizität“, erklärt Gerd Hribernig, der Chef des Grazer Zentrums.

Als Anwendung hat der Ingenieur nicht nur den Zugang zu Kernkraftwerken oder Flughäfen im Blick. Hribernig: „In Unternehmen ist es wichtig zu wissen, ob der Finanzvorstand ein Dokument auch wirklich freigegeben hat.“

Doch das ist noch nicht alles: Da die Zugangsdaten archiviert werden, lässt sich auch nach Jahren noch zweifelsfrei feststellen, wer zu welchem Zeitpunkt auf welche Informationen zugegriffen hat. Womöglich ließe sich damit auch eine Spitzelaffäre wie jetzt bei der Telekom leichter aufklären.

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