Biotechfirma Axaron weitet Erforschung des erfolgreichen Wirkstoffs G-CSF aus
Krebsmittel lindert auch Schlaganfall

Wie kann man Gehirnzellen vor dem Absterben schützen, wenn die Blutversorgung unterbrochen ist? Dieses Kernproblem der Schlaganfalltherapie erwies sich bislang knifflig für Mediziner und Pharmaforscher. Einen neuen Weg geht jetzt die kleine Heidelberger Biotechfirma Axaron Bioscience AG.

FRANKFURT/M. Wie kann man Gehirnzellen vor dem Absterben schützen, wenn die Blutversorgung unterbrochen ist? Dieses Kernproblem der Schlaganfalltherapie erwies sich bislang als ausgesprochen harte Nuss für Mediziner und Pharmaforscher. Die Entwicklung von so genannten Neuroprotektiva endete bislang fast immer als Fehlschlag.

Einen neuen, unkonventionellen Weg geht jetzt die kleine Heidelberger Biotechfirma Axaron Bioscience AG. Anstatt auf völlig neue Substanzen setzt sie auf einen Biotechwirkstoff, der sich an anderer Stelle bereits bestens als Arzneimittel bewährt hat: den Granulyten-Kolonien stimulierenden Faktor, kurz G-CSF genannt. Dieses Protein gehört zu den vielen Wunderwerken des menschlichen Stoffwechsels. Winzige Mengen genügen dem Körper, um die Produktion von bestimmten weißen Blutzellen, den so genannten Granulyten, anzuregen und damit die Immunabwehr in Schuss zu halten.

Gentechnisch hergestellt und seit 1991 unter dem Namen Neupogen erstmals auf dem Markt, hat sich G-CSF inzwischen als Standardmittel etabliert, um die Nebenwirkungen von Chemotherapien bei Krebspatienten zu begrenzen. Die verschiedenen Varianten des Moleküls spülen jährlich mehr als drei Mrd. Dollar in die Kassen des US-Konzerns Amgen und der japanischen Chugai. Schon heute ist G-CSF damit eines der ganz großen Erfolgsprodukte der Biotechbranche.

Bestätigen sich die Arbeiten von Axaron, könnte sich daran eine zweite Karriere in der Schlaganfall-Behandlung anschließen. Denn G-CSF spielt offenbar auch im Gehirn eine ganz bedeutende Rolle.

Dass ausgerechnet Forscher von Axaron darauf aufmerksam wurden, ist dabei kein Zufall. Ende der 90er-Jahre als Joint-Venture von BASF und der amerikanischen Lynx Therpeuitcs gegründet, konzentrierte sich Axaron in der Anfangsphase vor allem auf die umfassende Analyse der Genaktivität von Gehirnzellen. „Dabei stellten wir fest, dass nach Schlaganfällen Gehirnzellen das Gen für G-CSF um den Faktor Hundert nach oben regulierten“, sagt Axaron-Chef Alfred Bach. Das heißt, die Hirnzellen reagieren auf die Schädigungen beim Schlaganfall mit einer drastisch verstärkten Produktion des Wachstumsfaktors.

Seite 1:

Krebsmittel lindert auch Schlaganfall

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%