Forschung + Innovation
Blitz verändert Gene von Bakterien

Blitze können einer französischen Studie zufolge das Erbgut von Bakterien verändern. „Der Blitz ist der eigene Gen-Ingenieur der Natur“, schreibt das britische Magazin „New Scientist“ (Nr. 2 469, S. 17) in seiner Ausgabe vom nächsten Samstag.

dpa LONDON/LYON. Blitze können einer französischen Studie zufolge das Erbgut von Bakterien verändern. „Der Blitz ist der eigene Gen-Ingenieur der Natur“, schreibt das britische Magazin „New Scientist“ (Nr. 2 469, S. 17) in seiner Ausgabe vom nächsten Samstag.

Ein Blitz öffne Poren von Bodenbakterien und erlaube es ihnen somit, freies genetisches Material aus seiner Umgebung aufzunehmen, wie ein Team um Timothy Vogel und Pascal Simonet von der Universität Lyon herausgefunden habe. Dies sei eine weitere Möglichkeit des bakteriellen Genaustauschs. Einige Bakterien haben auch winzige Schläuche (Pili), über die sie Erbmaterial austauschen können.

Forscher nutzen häufig milde Elektroschocks, um Bakterien gentechnisch zu verändern. Die französischen Forscher baten nun Physiker, drei Bakterienstämme künstlichen Blitzen auszusetzen und legten „Köder-Gene“ aus. Tatsächlich nahmen die beiden Stämme von Bodenbakterien ebenso wie die Kolibakterien das Erbgut auf. Zwar würden Bakterien in unmittelbarer Nähe des Blitzeinschlags getötet, schreibt das Magazin, weiter entfernte könnten jedoch gentechnisch verändert überleben.

Die Forscher vermuten, dass das Phänomen weit verbreitet ist. Es könne die Evolutionsrate der ersten Mikroben der Erde beschleunigt haben, aber auch diejenige der heutigen Bakterien noch fördern. Die bislang bekannten Arten des Genaustauschs können laut „New Scientist“ nicht die beobachtete hohe Evolutionsrate erklären. Die Originalstudie ist in der Online-Ausgabe des Journals „Applied and Environmental Microbiology“ veröffentlicht.

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