Boeing plant saubere Bordtoilette Mit UV-Licht zu mehr Sauberkeit über den Wolken

Werden ein paar Hundert Passagiere von A nach B geflogen, ist die Nutzung der Bordtoiletten nicht immer ein Vergnügen. Der US-Flugzeugbauer Boeing will Abhilfe schaffen – mit einer auf UV-Licht basierenden neuen Technik.
Desinfektion in drei Sekunden. (Foto: Boeing)
Selbstreinigender Waschraum

Desinfektion in drei Sekunden. (Foto: Boeing)

New YorkStinkende und eklige Flugzeugtoiletten? Der US-Flugzeugbauer Boeing verspricht eine Lösung: Der Konzern hat ein Patent für selbstreinigende Waschräume angemeldet.

In den Bordtoiletten der Zukunft sollen nach jedem Nutzer alle Oberflächen mit ultraviolettem Licht desinfiziert werden - und das innerhalb von nur drei Sekunden. Bis zur Marktreife der neuen Technik dürfte es allerdings noch etwas dauern.

Ein Kurzstreckenflugzeug hat normalerweise nur drei Toiletten – eine in der Ersten oder Business-Klasse und zwei weitere hinten. Daran hat sich seit Jahrzehnten nichts geändert, obwohl inzwischen weit mehr Sitzreihen und Passagiere untergebracht werden als früher. Da sich auch die Zeiten am Boden verkürzt haben, werden diese Waschräume nicht immer optimal gereinigt – und das trotz der größeren Zahl von Nutzern.

Das sind die Flugzeuge der Zukunft
FanWing
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Das Bild zeigt die Computerillustration eines „FanWing“-Flugzeugs. Das neue Fluggerät ist eine Mischung aus Hubschrauber und Flugzeug. Es wird von großen Ventilatoren angetrieben, die gewaltige Luftmassen unter die Tragflächen befördern. E ist leise, sparsam und braucht nur eine extrem kurze Startbahn.

Volocopter
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Ende 2013 hob der Volocopter erstmals zu seinem Jungfernflug ab. Der unbemannte Elektro-Senkrechtstarter wird von Elektromotoren angetrieben und per Joy-Stick oder Autopilot gesteuert. Statt eines Propellers, wie beim einem Helikopter, ist er mit mehreren ausgestattet. Langfristig sollen in dem Fluggerät zwei Personen transportiert werden können.

Clip-Air
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Fliegen geht schneller als Zugfahren. Doch ehe ein Reisender im Flieger sitzt und die Reise wirklich losgeht, vergehen Stunden in Warteschlagen und vor dem Boarding. Dass das Fliegen genau so komfortabel wird, wie das Zugfahren, ist das Ziel eines Schweizer Forscherteams. Dazu haben sie eine Art Luft-Lok an der einzelne Passagier- oder Logistik-Wagen angehängt werden können. Der „Überflügel"“ enthält den Motor, das Cockpit, den Treibstoff und auch das Ausfahrgestell zur Landung. Und die einzelnen Wagen könnten die Reisenden theoretisch überall besteigen. Zum Beispiel auch an einem Bahnhof.

Flynano
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Der finnische Luftfahrtingenieur Aki Suokas hat ein Ein-Mann-Wasserflugzeug aus Karbon entwickelt. Weil es leichter ist als 70 Kilogramm, wäre es theoretisch auch ohne Pilotenschein zu fliegen. Das bis zu 140 Kilometer pro Stunde schnelle Gerät schafft maximal 70 Kilometer Reichweite.

Nurflügler
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So könnte das Passagierflugzeug der Zukunft aussehen: Das Konzept für den Nurflügler wurde im Rahmen des EU-Projekts NACRE (New Aircraft Concepts Research) entwickelt. Bisher ist die Technik vor allem aus dem Militär bekannt. Bereits 1903 entwickelte der Österreicher Ignaz „Igo“ Etrich das erste Flugzeug dieser Art nach dem Vorbild eines Flugsamens.

Solar Impulse
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Das Schweizer Solarflugzeug Solar Impulse ist das aktuelle Projekt des Schweizer Luftfahrtpioniers Bertrand Piccard. Das Flugzeug zieht seine Energie ausschließlich aus Sonnenenergie. Dafür sin Solar-Paneele auf den Flügeln angebracht. Um zu zeigen, dass das Projekt funktioniert, plante Piccard in diesem Jahr einen Flug um die Erde. Wegen technischer Probleme muss der Solarflieger derzeit eine Zwangspause auf Hawaii einlegen..

Spike Aerospace
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Reise für Reiche: Ein Startup aus Boston entwickelt derzeit den Überschall-Privatjet Spike Aerospace. Damit soll die Flugzeit von New York nach London nur noch drei Stunden dauern. Die gigantischen Panorama-Fenster bestehen aus Displays auf denen das, was draußen vorbei zieht, übertragen wird. Wer schlafen möchte, kann die Bildschirme abdunkeln. Angeblich sollen die Flieger bereits 2018 an den Start gehen.

Boeing verspricht sich von seinem neuen Modell, dass in den drei Sekunden nicht nur der Toilettensitz, sondern auch das Waschbecken und die Ablageflächen gereinigt werden. Das soll passieren, bevor der nächste Nutzer kommt. Die Boeing-Ingenieure setzen dafür auf ein UV-Licht mit besonderer Wellenlänge, das für Menschen unschädlich sein soll.

Damit die Fluggäste im Waschraum möglichst wenig anfassen müssen, sollen Wasserhahn, Seifenspender, Handtrockner und Toilettenspülung berührungslos funktionieren. Auch ein entsprechender Mechanismus zur Öffnung der Tür sei in Entwicklung, erklärte der Flugzeugbauer in Chicago.

Zudem plant Boeing einen Mechanismus, der den Toilettensitz zur Reinigung öffnet und wieder schließt. Auf diese Weise sollen wirklich alle Keime in einem Reinigungszyklus erwischt werden.

Allzu bald dürfen Reisende die Neuerungen also nicht erwarten. Selbst wenn die Entwicklung abgeschlossen und zugelassen ist, dürfte es noch Jahre dauern, bis die Fluggesellschaften ihre Flotten entsprechend modernisiert haben.

  • ap
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