Bonner Radiologe entwickelt schonende Methode
Minikatheter hilft bei tränenden Augen

Lästiger Tränenfluss beeinträchtigt die Sicht und kann in schweren Fällen sogar einen Wechsel des Arbeitsplatzes erforderlich machen. Ein Mediziner der Universität Bonn hat nun eine Methode entwickelt, dieses Leiden auf schonende Weise zu beheben.

bia DÜSSELDORF. Lästiger Tränenfluss beeinträchtigt die Sicht und kann in schweren Fällen sogar einen Wechsel des Arbeitsplatzes erforderlich machen. Ursache der Krankheit ist meist eine chronische Entzündung und damit verbunden eine Verengung der Tränenwege. Ein Mediziner der Universität Bonn hat nun eine Methode entwickelt, dieses Leiden auf schonende Weise zu beheben: Mit einem haarfeinen Ballonkatheter weitet er den Engpass.

„Dieses Übel ist eines der beschwerlichsten“, klagte schon Johann Wolfgang von Goethe. Zu Lebzeiten des Dichters war das „Tränenträufeln“ nur chirurgisch zu beheben. Dabei fädelten die Ärzte ein Pferdehaar in die Tränenkanäle ein, das sie – quasi wie einen Pfeifenreiniger – hin und her bewegten. Heute ersetzt ein Silikonschlauch das Pferdehaar, und der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Die Alternativ-Methode des Bonner Mediziner Kai Wilhelm soll nun weitaus schonender sein. Als Vorbild diente ihm die Behandlung verengter Blutgefäße: Dabei schiebt man einen dünnen Katheter durch die verengte Ader zur Einschnürung vor und pumpt ihn dort auf, um das betroffene Gefäß zu weiten.

Wilhelm entwickelte einen speziellen, sehr dünnen Katheter, den er in die Tränenwege einfädeln kann. Dieser lässt sich auf bis zu drei Millimeter aufblasen, um den Verschluss zu sprengen. „Neuerdings verfügen wir auch über eine Stütze, die den Tränenapparat schient. Diesen so genannten Stent können wir für ungefähr einen Monat im Tränenapparat belassen. Er verhindert, dass sich die Tränenwege nach der Behandlung wieder zusammenschnüren“, sagt der Neuroradiologe. Der Eingriff erfolgt ambulant unter lokaler Betäubung. 180 Patienten hat Wilhelm bislang auf die Weise behandelt, die Erfolgsquote liegt bei 80 %.

Quelle: Handelsblatt

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