Bordcomputer sollen über Gefahren informieren
Wenn Autos andere Autos warnen

Leicht knickt die Motorhaube der nachtschwarzen Mercedes-Limousine von der starken Bremsung nach unten, dann steht der Wagen still. Die Sensoren registrieren, dass die Geschwindigkeit des Fahrzeugs seit mehr als fünf Sekunden bei laufendem Motor auf der Autobahn null beträgt.

HB FRANKFURT. Der Bordcomputer zieht daraus seine Schlüsse und folgert: Stau. Sekundenbruchteile später schickt er eine Warnung per Funk heraus und informiert andere Fahrzeuge, die mit der gleichen Technik ausgestattet sind. Deren Bordrechner warnt per Computerstimme: „Achtung, Stau in acht Kilometern“, während das Navigationssystem im nachfolgenden Auto bereits eine Ausweichroute berechnet.

Die Szene ist keine ferne Zukunftsidee, sondern vielleicht schon bald Realität. Die deutschen Autohersteller wollen ein solches Projekt jetzt markenübergreifend angehen, sagte der Leiter der BMW-Fahrzeugforschung Raymond Freymann dem Handelsblatt. Es könnte damit schneller als gedacht wahr werden, dass auf deutschen Straßen Autos blitzschnell per Bordcomputer Informationen austauschen und vor Gefahren wie Glatteis, Aquaplaning, Staus oder Ölspuren warnen. Dies wäre ein großer Schritt in Richtung mehr Verkehrssicherheit. Denn die Verkehrsinformationen von heute kommen noch immer vielfach zu spät und sind zu unpräzise. Staus kosten aber nicht nur Nerven, sondern auch bares Geld. Der volkswirtschaftliche Schaden von Staus und Verkehrsbehinderungen beläuft sich nach Berechnungen des Bundesforschungsministerium auf 250 Mill. Euro am Tag. Die Europäische Union steht deshalb hinter dem Projekt und wird 2004 ein Programm mit dem Titel „Wireless local danger warning“ auflegen. Das Ziel ist ehrgeizig: Bis zum Jahr 2010 soll sich die Zahl der Unfälle mit Todesfolge halbieren.

Derzeit testen BMW und der Autokonzern Daimler-Chrysler nach eigenen Angaben bereits neu entwickelte Bordcomputer, die Informationen über Glatteis oder Ölspuren innerhalb weniger Sekunden an nachfolgende Fahrzeuge weitergeben können. So kurven im Raum Ulm bereits seit einigen Wochen drei blaue und drei rote Smart-Kleinwagen mit der neuen Technik herum, und BMW schickte schon Mini-Modelle sowie die 7er-Reihe damit auf die Pisten um München.

Seite 1:

Wenn Autos andere Autos warnen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%