Botox-Hersteller Pharmafirmen suchen neue Anwendungen für Botox

Botox ist der Schuss Jugendlichkeit in so manch betagtem Gesicht. Als Mittel gegen Falten ist Botulinum-Toxin weltberühmt geworden. Nun bauen die Botox-Hersteller ihre medizinische Forschung aus – das Nervengift soll Migräneattacken und Lähmungen stoppen.
  • Susanne Donner
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Viele Prominente, aber auch Privatleute lassen sich die Botox-Kur einiges kosten. Quelle: Reuters

Viele Prominente, aber auch Privatleute lassen sich die Botox-Kur einiges kosten.

(Foto: Reuters)

BERLIN. Mit dem Nervengift Botox glätten viele Prominenten und inzwischen auch viele Privatleute ihre Gesichter und kämpfen so unter großem finanziellen Einsatz gegen die Zeichen des Alterns. Was der „Anti-Aging-Wahn“ aber weitgehend überdeckt: Seinen Siegeszug trat das Nervengift jenseits der Kosmetik bei Patienten mit Schiefhals und krampfhaft zuckendem Lid an. Als probates Mittel gegen die Muskelleiden avancierte es zum Blockbuster, noch bevor es die Haut straffte. Heute teilen sich Medizin und Kosmetik den Umsatz je zur Hälfte. Das Geschäft mit der Schönheit dient dabei der Querfinanzierung, um neue Anwendungen für das Wundermittel auszuloten.

Doch die Faltenkur ist nicht nur lukrativ – sie kann auch den Ruf seriöser Pharmaproduzenten gefährden. Trotzdem wendet sich nach den Herstellern Allergan und Ipsen auch das Frankfurter Familienunternehmen Merz der janusköpfigen Ästhetik zu. Noch in diesem Jahr hofft Merz auf eine Zulassung des Präparates Xeomin, das gegen die so genannte Zornesfalte wirken soll.

Der Einstieg in den Markt liege nahe, da das Unternehmen schon mit anderen Produkten in der Welt der Schönheit sein Geld verdiene, erläutert Matthias Marx, Produktentwickler für Xeomin bei Merz. Zu diesen Produkten gehören etwa die bekannten Merz-Spezial-Dragees. Man komme nicht daran vorbei, sich zu fragen, wie man mit dem Botox-Geschäft im „ästhetischen Bereich“ umgehe, sagt er.

Xeomin ist in Deutschland bereits als rein medizinisches Produkt auf dem Markt. Es wird zu Therapie von Krankheiten wie Lidkrampf und des so genannten Schiefhals eingesetzt – ein Sammelbegriff für alle muskulär bedingten Schieflagen des Kopfes. Für den Einsatz von Xeomin bei ästhetischen Behandlungen laufen die Zulassungsverfahren.

Merz rechnet mit einem drastischen Zuwachs der Einnahmen, wenn Xeomin legal im Einsatz gegen Falten wirken darf. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hatte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 610,5 Mio. Euro eingefahren und alleine mit Xeomin eine Umsatzsteigerung von 66 Prozent bei den medizinischen Anwendungen erzielt.

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