Botox
Nervengift hilft gegen Blasenschwäche

Das Gift Botox wird unter anderem eingesetzt, um Sitrnfalten zu glätten – auch wenn dies häufig Stirnrunzeln auslöst. Von der medizinischen Wirkung der Substanz konnten bisher überwiegend Patieten mit übermäßiger Schweißbildung profitieren. Jetzt versprechen sich auch Urologen große Erfolge von dem Nervengift.

ap BERLIN. Im Kampf gegen Falten ist das Bakteriengift Botulinum-Toxin unter Handelsnamen wie etwa Botox schon lange im Einsatz. Das extrem starke Gift soll nun auch Eingang in die Urologie finden: Zur Therapie von Blasenfunktionsstörungen und einer gutartigen Prostatavergrößerung.

Der von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildete Stoff ist das stärkste bekannte Gift: Zwei gehäufte Teelöffel Botulinum-Toxin könnten die gesamte Bevölkerung Deutschlands umbringen. In sehr geringer Dosis kann der Wirkstoff Botulinum-Toxin A aber, wie Urologie-Experten berichten, Patienten mit Blasenfunktionsstörungen und damit einhergehender Inkontinenz helfen. Direkt in die Harnblase gespritzt, lähmt der Stoff die Blasenmuskulatur und reduziert häufigen unwillkürlichen Harndrang bis zu acht Monate lang.

Bei chronisch schmerzhaften Blasenerkrankungen wie der sogenannten „interstitiellen Cystitis“ wird das Nervengift sogar bereits ohne amtliche Zulassung eingesetzt. Urologen erwarten die Zulassung der etwa 1 000 Euro teuren Injektion für das Jahr 2009.

Auch gegen eine gutartige Prostatavergrößerung könnte das Gift helfen. Bei dieser häufigen Erkrankung klemmt die sich vergrößernde Drüse die Harnröhre mehr und mehr ein. Zu den Symptomen zählen ein abgeschwächter Harnstrahl und ständiger Harndrang. Studien aus den USA und Italien zeigen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), dass Injektionen mit Botulinum-Toxin die Prostata erfolgreich schrumpfen lassen. Die Wirkung ist nach ein bis vier Wochen zu erwarten, die Wirkdauer beträgt laut DGU ungefähr neun Monate. Gerade bei älteren Patienten sei Botulinum-Toxin A eine Alternative zur belastenden Operation.

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