Branche will Glas und Stahl verdrängen
Abziehbare Lacke ersetzen Folien

Zum Auftakt der Kunststoffmesse K 2004 hat die Akzo Nobel NV einen neuartigen Autolack vorgestellt. Er lässt sich auf jede bestehende Lackierung auftragen und später mit spitzen Fingern wieder abziehen.

HB DÜSSELDORF. Damit lässt sich die Beklebung von Fahrzeugen mit teuren passgenauen Folien ersetzen, die bisher etwa aus silbergrauen Limousinen Polizeifahrzeuge oder aus unscheinbaren Kombis grellbunte Werbeträger machen.

Der Zweitlack besteht im Wesentlichen aus kleinen farbigen Teilchen in wässriger Lösung, die nach dem Auftragen zu einem glatten Film polymerisieren, ohne mit dem Autolack eine dauerhafte Verbindung einzugehen. "Mehr wollen wir nicht verraten, da in den Details das eigentliche Know-how steckt", sagt ein Konzernsprecher.

"Maskin" nennen die Niederländer ihr Produkt, das typisch ist für die unscheinbaren Innovationen im Kunststoffsektor heute: Es ist eine Weiterentwicklung bekannter Technik, zielt auf einen Markt mit potenziell hohem Absatzvolumen und appelliert gleichzeitig an den Spar- und den Spieltrieb des Endkunden.

Die Tage sind vorbei, wo die Industrie alle paar Jahre einen chemisch neuen Werkstoff mit unerhörten Eigenschaften präsentiert hat: So viele Basisentwicklungen wie zwischen 1930 und 1960, als Nylon, Plexiglas, die Polyolefine und andere neue Kunststoffe auf den Markt kamen, sind heute kaum mehr zu erwarten.

"Heute sind die Fortschritte weniger spektakulär", sagt Pierre Avenas, Vizechef der Chemieforschung beim Ölkonzern Total SA. Das räumen auch die Veranstalter der K 2004 ein. "Werkstoffe aus gänzlich neuen Materialien wird es nicht mehr geben", sagt der Kunststoffmaschinenbauer Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Ausstellerbeirats der K 2004. "Vielmehr arbeiten die Erzeuger daran, bekannten Werkstoffen immer bessere Eigenschaften zu verleihen."

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