Brandschutztechniken
Dünne Schutzschicht sorgt für feuerfeste Holzfassaden

Holz als Baustoff könnte künftig von einer Brandschutzbeschichtung profitieren, die ein Verbund von deutschen Forschungsinstituten entwickelt hat. Diese und andere neue Techniken erhöhen die Gebäudesicherheit um ein vielfaches – auch in der Industrie.

BERLIN. „Damit lässt sich Holz auch für höhere Gebäude verbauen“, sagt Dietmar Hosser, Professor am Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB) der Technischen Universität Braunschweig – einer der Entwickler der Schutzschicht.

Schon heute werden in Deutschland rund 15 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser in Holzbauweise errichtet. Dabei ist rein statistisch betrachtet das Brandrisiko gering: „Nur etwa alle fünfzig Jahre bricht ein Feuer in einer Wohnung oder einem Gebäude aus“, sagt Hosser. Wenn es aber dazu kommt, sind die Folgen oft verheerend: Bedroht sind Menschenleben, Gebäude und Unternehmenswerte. Die Kreditversicherung Euler Hermes beziffert die Schäden, die allein der Industrie im vorigen Jahr durch Feuer entstanden sind, auf 921 Mill. Euro.

Um den Schaden zu minimieren, entwickeln Firmen wie Siemens zunehmend täuschungssichere Brandmelder mit diversen Sensoren und Signalauswertungstechniken. Besser wäre jedoch, wenn ein Feuer erst gar nicht ausbräche oder Materialien verbaut würden, die nicht entflammbar und trotzdem gesundheitsverträglich sind. Nicht ohne Grund ist Holz für mehrgeschossige Wohngebäude in Deutschland nur unter strengen Auflagen einsetzbar.

Mit der neuartigen Beschichtung wollen die Forscher nun erreichen, dass Holz nicht oder nur sehr schwer entflammbar ist – und so den strengen Brandschutzbestimmungen besser gerecht wird. „Holzkonstruktionen mit nicht brennbaren Platten zu verkleiden, ist keine Lösung. Deshalb haben wir einen transparenten Stoff entwickelt, der sich wie ein Lack aufbringen lässt, so dass das natürliche Erscheinungsbild erhalten bleibt“, berichtet Hosser.

Neben dem iBMB haben die Fraunhofer Institute für Holzforschung (WKI) und für Chemische Technologien (ICT) sowie die Versuchsanstalt für Holz- und Trockenbau (VHT) zusammen mit Industriepartnern die neue Schutzschicht entwickelt. Die Basis bildet ein vom Fraunhofer Institut für die Raumfahrt entwickelter Isolierstoff, ein Elastomer, das sich bei hohen Temperaturen zu einer Hülle aus Keramik verwandelt.

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