Forschung + Innovation
Braunbärinnen schützen Junge durch Sex mit vielen Männchen

Weibliche Braunbären „treiben es“ mit vielen Partnern, um ihren Nachwuchs vor der Mordlust männlicher Tiere zu schützen. Dies fanden Wissenschaftler der Universität Wien heraus, die 20 Jahre lang Bären in Skandinavien beobachteten.

dpa WIEN. Weibliche Braunbären „treiben es“ mit vielen Partnern, um ihren Nachwuchs vor der Mordlust männlicher Tiere zu schützen. Dies fanden Wissenschaftler der Universität Wien heraus, die 20 Jahre lang Bären in Skandinavien beobachteten.

Danach paaren sich weibliche Tiere gezielt mit möglichst vielen Männchen, um zu verhindern, dass auf Fortpflanzung erpichte Bären ihre von einem anderen Tier stammenden Jungen töten.

Wie Wissenschaftler des Instituts für integrative Biologie herausfanden, haben männliche Braunbären in der Paarungszeit von Mai bis Juli vor allem ein Ziel: Möglichst viele Weibchen zu befruchten. Da aber Weibchen, die bereits Junge haben, nicht paarungsbereit sind, wird dieser Nachwuchs häufig von den männlichen Bären kurzerhand umgebracht.

Weibchen in Bärenpopulationen, in denen häufig Jungtiere getötet wurden, entwickelten eine Gegenstrategie: Entgegen der „natürlichen“ Praxis kopulieren sie mit möglichst vielen Männchen. Diese glauben dann später, sie seien die Väter der Jungen und lassen den Nachwuchs in Ruhe. Etwa 54 Prozent der Weibchen, so berichtete der österreichische Wissenschaftsfonds FWF am Mittwoch, binden auf diese Weise den Männchen einen Bären auf und sichern so das Überleben des Nachwuchses.

Nach Meinung der Wissenschaftler hat das grausam erscheinende Macho-Gehabe der Männchen „wenig mit Lust und viel mit Populationsbiologie zu tun“. Ziel der Tiere sei es, „ihre“ Erbinformationen in die nächste Generation hinüberzuretten. Die Weibchen wiederum bewahren durch die Promiskuität ihre eigenen Erbanlagen.

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