Bremen Vorreiter in Europa
Präzise Landung mit Hilfe der Satelliten

Mit der Landung einer speziell ausgerüsteten Boeing 737 auf dem Flughafen Bremen hat am Mittwoch die Testphase für ein neues, punktgenaues Landeverfahren mit Hilfe eines Satellitennavigationssystems begonnen.

HB BREMEN. Am Mittwoch kehrte die auf Mallorca gestartete 737 planmäßig auf den Bremer Flughafen zurück. Die Deutsche Flugsicherung will das neue Landesystem hier bis 2008 testen und zunächst für Landungen bei gutem Wetter zertifizieren lassen, wie ihr Sprecher Axel Raab ankündigte. Langfristig soll die als besonders kostengünstig, praktisch und sicher geltende Lösung die heute gängigen Instrumentenlandesysteme ersetzen.

Das Präzisionslandesystem GBAS (Ground Based Augmentation System) arbeitet nach Angaben von Raab mit Signalen des Global Positioning Systems (GPS), das über Satellit zur weltweiten Positionsbestimmung dient. Die Satellitennavigation habe derzeit aber nur eine Genauigkeit von plus/minus 20 Metern, betonte Raab. Darum wertet eine Bodenstation die Signale aus und ermittelt Korrekturwerte, die an die Flugzeuge gesendet werden und für ein exaktes Aufsetzen auf der Landebahn sorgen.

Langfristig erwartet sich die Flugsicherung von dem neuen System erhebliche Einsparungen. Die bisher genutzten Instrumentenlandesysteme seien zwar hochpräzise, aber störanfällig und teuer in Anschaffung und Wartung. Pro Landerichtung kostet ein solches System 500 000 Euro, pro Landebahn also etwa eine Million Euro. Ein GBAS-Bodensystem kostet Raab zufolge rund 400 000 Euro. Damit können 49 Landungen parallel abgewickelt werden, auch auf benachbarten Flughäfen in einem Radius von rund 50 Kilometern.

GBAS könne zudem solche Flughäfen sicherer machen, die aus Kostengründen oder wegen technischer Schwierigkeiten weniger präzise Lösungen als die gängigen Instrumentenlandesysteme installiert hätten, hieß es. Die satellitengestützte Lösung sorge zudem durch die exakte Bestimmung der Flugzeugposition beim Rollen auch für mehr Sicherheit am Boden. Auch führen derzeit die strengen Sicherheitsvorschriften für Instrumentenlandungen bei schlechter Sicht häufig zu Verspätungen im Flugverkehr.

Bis zur Ablösung durch das neue System dürften Raab zufolge aber noch Jahre vergehen. Zwar seien neue Flugzeuge schon durchweg mit entsprechenden Empfängern ausgerüstet, ältere Maschinen aber nicht. So würden zunächst beide Systeme parallel betrieben werden, wie auch bei der am Mittwoch gelandeten Maschine. Bereits im regulären Betrieb sind GBAS-Systeme bisher nur im australischen Sydney und in Memphis/USA.

Reine Tests mit dem neuen System werden in Spanien und Frankreich durchgeführt. Für die Versuche im normalen Flugbetrieb galt der Bremer Flughafen als internationaler, aber kleinerer Standort als besonders geeignet.

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