Forschung + Innovation
Briten sollen Geschlecht ihres Kindes wählen können

Der Wissenschaftsausschuss des britischen Unterhauses hat sich dafür ausgesprochen, dass Eltern bei einer künstlichen Befruchtung das Geschlecht ihres Kindes bestimmen dürfen.

dpa LONDON. Der Wissenschaftsausschuss des britischen Unterhauses hat sich dafür ausgesprochen, dass Eltern bei einer künstlichen Befruchtung das Geschlecht ihres Kindes bestimmen dürfen. Wenn die Eltern etwa schon einen Jungen hätten und nun meinten, dass sie ein Mädchen bräuchten, gebe es keine „zwingenden Gründe“, ihnen das zu verbieten, schrieb der Ausschuss in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Das parteiübergreifende Gremium war allerdings gespalten: Fünf der zehn Mitglieder sprachen von einem „Frankenstein-Bericht“, der „die Würde des menschlichen Lebens missachtet“, und verweigerten ihre Unterschrift.

Der Bericht empfiehlt dem britischen Parlament auch eine Lockerung der Bestimmungen zu „Designer-Babys“. Mit diesem Begriff werden Kinder bezeichnet, die als Embryonen nach ganz bestimmten Kriterien ausgewählt und der Mutter eingepflanzt worden sind. Meist geht es um eine besondere genetische Beschaffenheit, so dass das Kind als Stammzellenspender für ein älteres Geschwisterkind mit einer seltenen, lebensbedrohlichen Krankheit in Frage kommt.

Nach dem Willen des Ausschusses soll in solchen Fällen künftig nicht mehr die britische Behörde für Fortpflanzung und Embryologie beschließen, ob dies sinnvoll und ethisch gerechtfertigt ist. Vielmehr sollen die Eltern zusammen mit ihrem Arzt selbst entscheiden. Nur ein Ethik- Komitee soll sie dabei überprüfen.

Der Ausschuss ist auch nicht grundsätzlich gegen das Einsetzen menschlicher Zellen in einen Tierfetus, wenn dies der Forschung dienen kann. Klongegner reagierten empört auf den Bericht. Josephine Quintavalle, Sprecherin der Gruppe „Kommentar zur Reproduktionsethik“, sagte: „Die britische Öffentlichkeit wird sich unter keinen Umständen von Designerbabys, tierisch-menschlichen Mischwesen, dem Klonen von Menschen oder ähnlichen Schöne-Neue-Welt- Vorschlägen überzeugen lassen.“

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